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Triennale - Estermann im OÖN-Interview: Was sind denn das für Vogelhäusln?

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Architektur-Persiflage: Estermann-Mobile „gloryville“ (Estermann)  Bild: Lorenz Estermann

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Triennale Linz feiert Premiere

Schwebende Häuser – wo gibt’s denn so was? Derzeit im Linzer Kunstmuseum Lentos, bei der Triennale Linz1.0. Der flott auf der internationalen Karriereleiter hinaufkletternde Linzer Lorenz Estermann (*1968), Staatsstipendiat 2008 und Schöpfer dieses großen Mobiles, im OÖN-Interview.

OÖN: Ihr Kunstwerk „gloryville“ ist das Erste, was einem jetzt im Lentos auffällt. Was bedeutet es für Sie als Linzer, bei dieser ersten Triennale dabei zu sein? Schließlich ist das so etwas wie ein österreichisches Best-of.

Estermann: Für mich ist das schon sehr, sehr toll, da ich doch nicht so einen immensen Kontakt zu diesen Institutionen habe, weil ich zwar hier lebe, aber doch viel im Ausland arbeite. Diese Auswahl finde ich sehr witzig, sehr zukunftsträchtig. Da fühle ich mich gut aufgehoben, wobei mehr Platz sicher nicht schlecht gewesen wäre. So kann ich hier die kleinen Comic-Zeichnungen, die zu dieser Arbeit gehören, leider nicht zeigen. Aber das hole ich wahrscheinlich im Herbst im Wiener Museum Leopold nach. Da soll das Mobile im Atrium hängen. Aus Deutschland habe ich eine weitere Anfrage. Auch andere Häuser wissen das also zu bemerken.

OÖN: Also ein positiver Effekt der Linzer Triennale?

Estermann: Ich muss da schon dem Lentos-Team ein Kompliment aussprechen. Die haben – gerade die Kuratorin Nina Kirsch – auf redliche, präzise und humorvolle Art überlegt, warum sie etwas wollen, und wissen vor allem auch ganz genau, warum sie etwas nicht wollen. Das ist, glaub’ ich, die Stärke dieser Ausstellung: Man sieht vieles, was die letzten Jahre wichtig war, nicht. Ein mutiges und auch notwendiges Statement.

OÖN: Ihr Mobile ist das aktuelle Beispiel einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Architektur. Vermitteln Sie damit eine Botschaft?

Estermann: Grundsätzlich geht es mir um eine kritische Sichtweise von Architektur, von Perfektion. Ich versuche, da an einem Ast zu sägen. Den Architekten ans Bein zu pinkeln, wie ein kleiner Hund.

OÖN: Eine Form der Architektur-Persiflage also?

Estermann: Durchaus. Auch auf Architekturen, wie wir sie hier in Linz haben: Ars Electronica Center, Lentos et cetera. Auch auf jenes Stahl/Glas-Teil, das Adolf Krischanitz auf das Brückenkopfgebäude-Ost setzen will. Ich war regelrecht entsetzt darüber, dass einem so tollen Architekten nur so ein langweiliger Entwurf eingefallen ist. Glas, Glas, Glas, Stahl, Stahl, Stahl, eckig. Solchen Sachen setze ich meine Werke entgegen, aus der reinen Phantasie, aus der Bewegung, aus dem Zeichnerischen heraus.

OÖN: Sie kombinieren Ihre architektonischen Persiflagen mit Malerei – wie wichtig ist Ihnen als Künstler einer neuen, oft als digital bezeichneten Generation noch das Gestische?

Estermann: Ich versuche, mich da selber niederzuknüppeln, denn ich bin natürlich ein Kind der Achtziger, der Neunziger. Diese Loslösungsphase vom Gestischen war für mich sehr kompliziert und auch schmerzhaft. Aber der Gestus ist doch irgendwie vorbei. Wobei ich Spuren davon einfach auch in meinem Hirn benütze, aber versuche, das immer mehr zu reduzieren, nur mehr in Spuren zu verwenden.

OÖN: Warum eigentlich?

Estermann: Man befleckt halt schon das reine Objekt damit... Dieses Gestische hat immer etwas an sich von Ansudeln. Was mir aber dann oft auch wieder ganz gut passt, weil ich ja eh nicht zu sauber, zu clean, zu architektonisch sein will. Es ist halt immer ein Spagat zwischen Skulpturalem, Zeichnung, Restlack-Graffitis.

OÖN: Würden Sie Ihre Bau-Visionen gerne als echte Gebäude realisiert sehen?

Estermann: Überhaupt nicht. Nein. Da würde ich sie nur kaputt machen. Ich seh’ sie als große Architektur in einem kleinen Körper. Die Größe liegt in der Fiktion. In der Träumbarkeit von Architektur.

OÖN: Sie verfügen über einen international stetig wachsenden Sammlerbestand. Können Sie von Ihrer Kunst leben?

Estermann: Ja. Noch auf einem relativ studentischen Niveau, aber ich kann.

OÖN: Gibt’s Rückmeldungen anderer Kunstschaffender?

Estermann: Manche sagen, was denn das für Vogelhäusln seien, was man damit anfangen soll, das wird ja nur staubig. So kann man Kunst natürlich nicht denken. Wir sind ja doch längst aus diesem Paradigma der Schmückung, der Illumination heraußen. Kunst ist heute in diesem Strang vom Ich zur Welt, bezeichnet diese Schnittstelle zwischen Realitätsentwicklung und Gegenstand. Kunst ist nur dann gut, wenn sie in der Zeit lebt.

OÖN: Haben Sie so etwas wie ein künstlerisches Leitmotiv?

Estermann: Meine Unabhängigkeit. Und als Künstler sehe ich mich irgendwie auch als Geschichtsschreiber. Denn die Kunst beschreibt die Wirklichkeit und ist das, was von der Wirklichkeit überbleibt.

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    oder denkst du auch ??? nur geistig tiefer gelegt oder doch noch mensch ??? die halbe deutsche...
 
 
 
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