Haben die neuen Lieder so lange reifen müssen oder verging die Zeit zu schnell?
Steinbäcker: Die Zeit verging irrsinnig schnell, aber ich habe nie Druck verspürt, ein Solo zu machen. Jetzt waren genug Ideen da.
Auf dem neuen Album sind viele Weggefährten dabei. Hat sich das ergeben oder war es Ihr Plan?
Steinbäcker: Beides. Ich mag es gerne, mit Kollegen zusammen zu arbeiten. Die Angst, langweilig zu werden, wenn man nur alleine dahin ackert und gackert, ist damit weg.
War ein Duett geplant?
Steinbäcker: Geplant war das Duett mit Birgit Denk. Ich habe eine Präsentation von ihr in Wien gesehen und in diesem Moment ist mir die Idee gekommen, einmal mit einer Frau zusammen zu singen. Zudem ist es ja an der Zeit, dass man das weibliche Geschlecht mit einbezieht.
War das Duett mit Wolfgang Ambros auch so klar?
Steinbäcker: Ja. Der Wolfgang war zusammen mit dem Udo Lindenberg Wegweiser, als ich 16 Jahre alt war. Sie haben mir Nichtsahnendem gezeigt, dass man Pop- und Rockmusik mit österreichischen bzw. deutschen Texten machen kann. So habe ich überhaupt mit dieser Existenzsicherung begonnen.
Dann gab es noch den Plan mit Zucchero.
Steinbäcker: Ein Freund von mir hatte die Idee, die ich gut fand, aber ich hatte keine Nummer dafür. Thomas Spitzer schrieb darauf hin ein Lied, das man zweisprachig machen kann („Jedes Land hat seine Lieder“, Anm.). Der Zucchero hatte keine Zeit, aber er hat eine Tochter. So kam ich zum Duett mit Irene Fornaciari. Weil aller guten Dinge drei sind, habe ich mit Tini Kainrath „A langer Weg“ gesungen.
Wo Steinbäcker drauf steht, ist Steinbäcker drinnen. Merken Sie das Typische in ihrem Schreiben?
Steinbäcker: Ich habe mir eine Art zugelegt, Dinge zu betrachten und zu beschreiben, die werde ich mein Leben lang nicht mehr los. Ich hadere nicht damit, aber es gibt eigene Grenzen, Dinge, die ich nicht zusammenbringe.
Die da wären?
Steinbäcker: Gewisse Vorstellungen von einer Leichtigkeit und Freiheit in einem Text. Aber das ist diffus. Da ich es nicht kann, kann ich nicht sagen, was ich damit meine.
Ihre Texte sind aber immer nah an Ihrem Leben und am Herz.
Steinbäcker: Ganz sicher, wobei diese Eigenheit automatisch passiert. Ich mache nichts absichtlich. Genau fotografieren wollte ich schon immer. Ich bin kein Intellektueller in dem Sinn. Ich dichte nicht. Mir gefällt es, wenn man etwas kurz und prägnant in den Griff kriegt. Dann bin ich zufrieden mit der Arbeit.
Spüren Sie, wenn etwas Besonderes entsteht?
Steinbäcker: Nein, überhaupt nicht. Man kann sich mit seiner eigenen Musik ja nicht überraschen.
Überraschen STS mit einem neuen Album?
Steinbäcker: Es wird im nächsten Herbst, also 2011, eine STS-Tour geben und es gibt neue Lieder. Ob wir eine CD machen werden, wird sich im Juli entscheiden. Nach der STS-Tour habe ich vor, mir zu meinem 60er im Jahr 2012 die Freude einer Club-Tour zu machen.
Sie sind jetzt wieder vier Wochen lang in Griechenland, Ihrer zweiten Heimat. Mit welchen Gefühlen reisen Sie dorthin?
Steinbäcker: Ich bin gespannt, was die Nachbarn im Kaffeehaus erzählen. Die einzige Sorge, die ich habe, ist, dass es zu sozialen Unruhen kommt. Es ist eine schwierige Situation, aber ich hoffe, dass die Griechen es irgendwie schaffen, das zu regeln.
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