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Zweiter Mundl-Film: Von den Deppat’n und den G’spritzt’n

Trotz widriger Umstände: Gestern ging es los. In einem Wiener Gemeindebau – wo sonst? – fällt die erste Klappe für den zweiten Mundl-Kinofilm „Die Deppat’n und die G’spritzt’n“. Zuvor stellte sich das Team zur Plauderstunde. Ohne Karl Merkatz.

Zur Mundl-Absenz: Offensichtlich wollte er nach all dem Tratsch der letzten Zeit „sei Ruah“. Offiziell hatte er sich, nachdem er noch 24 Stunden vorher zu Hip-Hop-Aufnahmen in Wien war, in sein Haus nach Salzburg zurückgezogen, um sich „in Ruhe auf seine Rolle vorzubereiten“.

Was man zu all den Problemen, die sich ergeben hatten, wissen sollte: Das Budget war zunächst auf 2,1 Millionen Euro kalkuliert. Dann aber verweigerte die Wiener Filmförderung ihren Beitrag von 550.000 Euro. Seltsam, handelt es sich doch hier um keine Kunst-, sondern um eine Wirtschaftsförderung. Und der erste „Echte Wiener“ zog 370.000 Besucher in die Kinos, mehr als jeder andere österreichische Film seit langer, langer Zeit.

Kurt Ockermüller, schon unter Reinhard Schwabenitzky als „Assi“ bei der TV-Serie aktiv, verlor plötzlich die Lust auf die Regie. An sich, ließ er wissen, hätte er sich auch gratis zur Verfügung gestellt, aber diese Sparfassung sei nicht seine Sache.

Ernst Hinterberger zog seinen Namen zurück. Mit der Letztversion des Drehbuches habe er nichts zu tun. Andererseits hatte er zuvor dem Produzenten Robert Winkler die Rechte an den Figuren verkauft. Der könnte zum Beispiel auch noch einen weiteren Mundl-Kinofilm drehen. Einzige Bedingung: „Ich müsste Hinterberger als Ersten fragen, ob er Lust hat, das Buch zu schreiben.“ Jener hat seine Gage inzwischen der Aktion „Armut tut weh“ überweisen lassen.

Aus den erwähnten Sparsamkeitsgründen kehrt Winkler bei „Die Deppat’n und die G’spritzt’n“ zu seinem erlernten Beruf als Kameramann zurück, seine Frau Barbara Gräftner erstellte die Letztversion des Drehbuches und übernimmt die Regie.

Barbara Gräftner über die nun aktuelle Drehbuchversion, an der sich die Geister schieden: „Ich führe Mundl in die Gegenwart, deshalb ist seine Stimme auch im Hip-Hop-Song von MC Schoko (,A echter Wiener wirst du nie’) zu hören. Passt zur Thematik, dass er den 17-jährigen Urenkel Edi mit seiner ständigen afrikanischen Flamme Jamila beim Haschischrauchen erwischt. Das musikalische Thema für die alten Mundl-Fans hingegen kommt von EAV. Zu lesen, ich hätte mich mit Drehbuchgags an die Fersen der Coen-Brüder oder eines Quentin Tarantino geheftet, ist Blödsinn. Aber wenn’s nur so wäre! Das sind große Vorbilder, Genies, die ich mit höchster Ehrfurcht betrachte.“

Welten prallen aufeinander

Zur Story („Zahlreiche Dialogpassagen sind übrigens original von Ernst Hinterberger übernommen“): „Mundl wird von seiner Frau Toni verlassen. Das löst einen Denkprozess aus. Er findet eine neue Einstellung gegenüber Frauen und erkennt, dass eine liebevolle Beziehung nichts Selbstverständliches ist.“

Echt neues Gesicht im Team: ORF-Veteran Günter Tolar, gebürtiger Welser, in „Die Deppat’n und die G’spritzt’n“ pensionierter philharmonischer Geiger: „Leicht zu verstehen, dass da plötzlich Welten aufeinandertreffen. Doch er und der in seiner Lebensanschauung unbeugsame Mundl verstehen einander recht gut, und schließlich gelingt es dem Musiker sogar, ihn zu einem Opernbesuch zu überreden.“

Kommentare
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Artikel 01. Juni 2010 - 00:04 Uhr
Von Ludwig Heinrich
Bild vergrößern Karl Merkatz

Karl Merkatz wird wieder zum Mundl, will aber seine Ruhe.  Bild: thimfilm

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