
OÖN: Wie kam es, dass Produzent Jerry Bruckheimer just auf ein „Znüachterl“ wie Sie setzte, als er die Rolle des Prinzen Dastan zu besetzen hatte?
Gyllenhaal: Ich stürzte in sein Büro und bedrohte ihn mit einem Schwert. Nein, im Ernst: Regisseur Mike Newell hatte es sich von Anfang an in den Kopf gesetzt, mich durchzudrücken.
OÖN: Und ein paar Wochen später wurden Sie zum muskelbepackten Megahelden. Wie kommt man zu einem solchen Körper?
Gyllenhaal: Viel rauchen, viel saufen. Ohne Scherz: Ich hatte sieben Monate härtestes Training, und Jerry Bruckheimer kam dauernd und sagte: „Bizeps, Jake, Bizeps!“ Ich habe sehr zielgerecht trainiert, es war mir ein Anliegen, ich machte es auch für das eigene Ego.
OÖN: Für gute Rollen entwickeln Sie ganz schönen Ehrgeiz. Bereits beim Dreh zu „Brokeback Mountain“ übten Sie dauernd mit Hanteln, um für die bitterbösen Soldaten-Memoiren „Jarhead“ fit zu sein. Ihr damaliger Regisseur Sam Mendes meinte, dass Sie sich gern quälen – weil Sie immer glauben, dass es Ihnen bisher zu leicht gemacht wurde?
Gyllenhaal: Das mag nicht falsch sein. Aber ich quäle mich auch gern, wenn der Charakter so stimmt wie in „Prince of Persia“. Action ist nur die eine Seite. Seit meiner Kindheit bin ich Fan von „Indiana Jones“. Ja, so einen wollte ich immer schon spielen. Auch mit dem Schuss Humor, den er hatte. Er wurde beim Dreh mein Maßstab. Tag für Tag. Wie Sie wissen, entstand „Prince of Persia“ nach einem bekannten Videospiel. Die meisten Videospiel-Verfilmungen sind danebengegangen. Die Zentralfiguren wirkten immer so „unsterblich“. Prinz Dastan hingegen ist nicht nur heldenhaft, sondern bisweilen auch sarkastisch, und er bleibt ein Mensch aus Fleisch und Blut.
OÖN: In „Prince of Persia“ können Sie durch einen speziellen Zauber auf Zeitreise gehen. Wäre das im wirklichen Leben möglich, welchen Moment würden Sie gerne noch einmal erleben?
Gyllenhaal: Meine Geburt.
OÖN: Eine blutige Angelegenheit…
Gyllenhaal (lacht): Nein, nicht deswegen, sondern weil ich glaube, dass meine schauspielerischen Ambitionen bereits an diesem Tag begonnen haben.
OÖN: Sicher war „Brokeback Mountain“, abgesehen von der Oscar-Nominierung, einer Ihrer wichtigsten Filme. Haben Sie, aus Image-Gründen, je überlegt, ob Sie einen schwulen Cowboy verkörpern sollten?
Gyllenhaal: Nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, sagte ich mir: Jake, du bist ein Trottel, wenn du da nein sagst! Wer falsche Ängste hat, kann sich um vieles bringen. Mit meinem so tragisch verstorbenen Partner Heath Ledger entwickelte sich zudem eine enge Freundschaft. Ich wurde auch Patenonkel seiner Tochter.
OÖN: „Prince of Persia“ ist, in seinen Dimensionen, gewiss Ihr bisher größter Film. Sind Sie bereit für diese neue Art von „Startum“?
Gyllenhaal: Sie meinen vielleicht, ob ich nun größenwahnsinnig werden könnte? Keine Gefahr. Dagegen spricht schon meine Erziehung. Meine Bar-Mizwa musste ich in einem Obdachlosenasyl feiern, weil mir meine Eltern vor Augen führen wollten, welch privilegiertes Leben ich führen durfte. Nebenbei: Dürfte ich Sie noch um einen Hinweis ersuchen?
OÖN: Und zwar?
Gyllenhaal: Schreiben Sie bitte, dass „Prince of Persia“ kein Schwert- und Sandalenfilm ist. Ich habe mir ausdrücklich verbeten, im Film je Sandalen tragen zu müssen.
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