Konzert: Orchester der Musikschule Linz, Donau-Forum Oberbank Linz, 28.4.
OÖN Bewertung:
Das Abendland ist nicht gleich untergegangen, wie ein scharfsichtiger Besucher bemerkte, aber gewöhnungsbedürftig war das, was am Mittwoch geboten wurde, schon. Nicht, dass Schüler und Lehrer ein Orchester formten, sondern die extreme Zusammenstellung des Programms.
Nun mag man einwenden, dass eine vielfältige Institution wie die Linzer Musikschule das auch im Konzert präsentieren sollte. So weit, so gut, wären da nicht doch eklatante Unstimmigkeiten im Verständnis des Kunstbegriffes aufgetaucht. Den Auftakt machte Rudolf Jungwirths „Orchesterprobe“, ein witziges Stück für schauspielernde Musiker und Dirigenten, geradezu wie geschaffen für ein Musikschulkonzert, das in gewisser Weise augenzwinkernd Lust auf mehr machen sollte.
Danach Brahms’ Violinkonzert, das das Leistungsvermögen eines solchen Klangkörpers stark strapazierte. Aber Gunar Letzbor hatte das Ensemble gut in der Hand und schuf so einen nicht immer ganz friktionsfreien, aber doch sicheren Klangteppich für den Solisten Patrick Vida. Technisch sicher, aber mit schmalem und im Raum wenig aufblühendem Ton interpretierte er den Solopart.
Gekonnt, doch überholt
Im zweiten Teil übernahm Thomas Mandel den Taktstock. Für zwei Werke, die zwar gekonnt, aber doch sehr eingeschränkt mit dem popmusikalischen Orchesterklangideal vergangener Tage operierten. Bei „Ipop-Ne“ faszinierte Phoebe Stewart als Geigensolistin, „Anced“ folgte dann doch – obwohl gut gemacht – ein wenig zu sehr dem längst Überholten. Auch nicht wirklich modern gab sich das „Diskodrama“ von Marco Palewicz, ein fast naives Spiel mit Rhythmen und eingeschränkten Harmoniefolgen, gepaart mit Zuspielungen vom Band. Insgesamt dann doch zu viel Crossover.
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