
„Ein schurkenhafterer Schurke ist nur schwer vorzustellen“, schreibt die „Los Angeles Times“ am Montag. „Es sieht so aus, als ob wir noch viel von Waltz sehen werden“, so Filmkritikerin Betsy Sharkey über die nun geplanten US-Filmrollen für den Österreicher. „Hoffen wir, dass Waltz auch einmal den Helden geben wird; ein Teil dieses Charmes sollte für das Gute zum Einsatz kommen, nicht nur für das Böse.“
"Waltz stahl Film die Show"
Die britische „Times“ drehte den Spieß von Waltz’ Dankesrede um: Waltz habe seinen Erfolg weniger Quentin Tarantinos „unorthodoxer Methode der Navigation“ zu verdanken als umgekehrt. Waltz habe dem ganzen Film „auf unorthodoxe Weise die Show gestohlen“, indem er Tarantinos Bizarrheiten mit einem „elektrischen Charakter übertraf, der lange nach dem Einritzen von Hakenkreuzen auf der Stirn und dem Popcorn“ in Erinnerung bleibt.
Risiko: Nazi-Rollen
„Vanity Fair“ sieht in einem Artikel auf der Website die Gefahr, dass Waltz durch die Rolle des Hans Landa und seine österreichische Herkunft „das doppelte Risiko hat, immer als Nazi besetzt zu werden. Es ist daher entscheidend, dass er sich ein neues Image gibt“, wenn er nicht „in jeder Rolle ein Hakenkreuz tragen will“. Eine Option dafür seien lustige Rollen - immerhin habe es Waltz geschafft, Landa in jeder Szene eine ausgeprägte Verspieltheit zu geben, die uns “über einen der grauenhaftesten Schurken des jüngeren Kinos lächeln lässt“.
Charmante Dankesrede
Dass Waltz gewinnen würde, war für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" klar: "Es gelang ihm, nach den zahlreichen Dankesreden der letzten Zeit, wieder charmant zu wirken, indem er die Überreichung durch Penelope Cruz mit Verweis auf seine Rolle als ’Über-Bingo’ bezeichnete. Weniger glücklich lief der Abend für den anderen österreichischen Hoffnungsträger, der für Deutschland im Rennen war. Michael Hanekes „Weißes Band“ verlor überraschend gegen den Außenseiter „El Secreto de sus Ojos“ aus Argentinien, einen wunderschön fotografierten, melancholischen Justiz-Thriller. Haneke wird es verkraften, denn er hatte schon im Vorfeld gesagt, dass er die Goldene Palme von Cannes ohnehin für den künstlerisch wertvolleren Preis halte.“
„Waltz sehen wir hier so schnell nicht wieder“
"Immer wieder unnahbar, bei Aufdringlichkeit oder auch offensiver Blödheit aufbrausend, vor allem aber schlagfertig", so beschreibt die „Süddeutsche Zeitung“ den Oscar-Preisträger: ’Wie lang haben Sie diese Rolle köcheln lassen?’, wird ihn am Sonntag auf dem Roten Teppich George Pennacchio von ABC fragen. Waltz: ’Na, so 32, 33 Jahre. Aber je länger es kocht, desto würziger schmeckt’s.’ Das sind nicht die üblichen Methoden der Hollywood-Cuisine,“ schreibt die "SZ" und kommt zu dem Schluss: „Christoph Waltz sehen wir hier so schnell nicht wieder. Die Amerikaner schenken ihm einen Oscar - und einen Job nach dem anderen."
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