
Pünktlich um 02.30 früh mitteleuropäischer Zeit begann im Kodak Theatre in Los Angeles die Verleihung der 82. Academy Awards.
Gleich zu Beginn der Show traten einige nominierte Schauspieler, unter ihnen George Clooney, Morgan Freeman, Sandra Bullock und Helen Mirren, auf die Bühne. Sitcom-Star Neil Patrick Harris ("How I Met Your Mother") eröffnete mit einer stimmgewaltigen Gesangseinlage die Gala.
Martin und Baldwin moderierten
Die Moderatoren des Abends, die Schauspielstars Steve Martin (64) und Alec Baldwin (51), "schwebten" auf die Bühne. Mit viel Humor begrüßten Martin und Baldwin die Gäste im Kodak Theatre.
Waltz ist bester Nebendarsteller
Penelopé Cruz stellte die ersten Nominierten in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" vor. Erwartungsgemäß geht der Oscar an den Österreicher Christoph Waltz!
Die Konkurrenten Woody Harrelson, Matt Damon, Christopher Plummer und Stanley Tucci hatten das Nachsehen. Waltz freute sich über das "Über-Bingo": "Ein Oscar und Penelope Cruz", sagte Waltz über seine Auszeichnung und die Laudatorin.
"Es gibt keinen Weg, euch jemals genug zu danken"
Der 53-Jährige bedankte sich bei Quentin Tarantino für dessen "unorthodoxe Methoden der Navigation" auf der Expedition, zu der der Dreh zu "Inglourious Basterds" wurde. "Alle haben mir an Bord geholfen, alle haben mir geholfen, einen Platz zu finden", sagte Waltz. "Es gibt keinen Weg, euch jemals genug zu danken. Aber ich kann damit anfangen."
Keine Oscars für Haneke und Berger
Auf die wichtigste Auszeichnung der Filmwelt hoffen durften auch "Das Weiße Band"-Regisseur Michael Haneke und sein Kameramann Christian Berger. Die Hoffnungen wurden allerdings nicht erfüllt: Der argentinische Streifen "El Secreto de Sus Ojos" wurde bester fremdsprachiger Film. Den Oscar für die beste Kamera erhielt "Avatar".
Bridges und Bullock: Favoriten setzten sich durch
Standing Ovations erhielt "Crazy Heart"-Darsteller Jeff Bridges, der als bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Der 60-Jährige empfing den Academy Award aus den Händen von Vorjahressiegerin Kate Winslet. Bridges bedankte sich besonders bei seiner Frau, mit der er seit 33 Jahren skandalfrei verheiratet ist, und seinen drei Töchtern.
Der Schauspieler konnte mit der Rolle des Bad Blake, eines alkoholkranken Countrymusikers seine fünfte Nominierung in einen Oscar verwandeln. Er setzte sich gegen Morgan Freeman als Nelson Mandela in "Invictus", George Clooney in "Up In The Air", Colin Firth ("A Single Man") und Jeremy Renner ("The Hurt Locker") durch.
Auch der Titelsong aus "Crazy Heart", "The Weary Kind", überzeugte die Academy.
Nach goldener Himbeere nun der Oscar
"Hab ich das wirklich verdient?", staunte die beste Hauptdarstellerin, Sandra Bullock. Nach dem gestrigen Schmähpreis "Goldene Himbeere" als "schlechteste Schauspielerin" in der Komödie "Verrückt nach Steve" konnte der Hollywood-Star (45) nun auch den Hauptrollen-Oscar für das Drama "Blind Side - Die große Chance" entgegennehmen. Bullock schlug damit Meryl Streep, die für "Julie & Julia" ihre 16. Oscar-Nominierung realisiert hatte, sowie Carey Mulligan ("An Education"), Helen Mirren ("Ein russischer Sommer") und Gabourey Sidibe ("Precious").
"The Hurt Locker" der große Gewinner
Insgesamt sechs Oscars, darunter die prestigereichsten Auszeichnungen "Bester Film" und "Beste Regie" machen "The Hurt Locker" zum großen Gewinner der 82. Oscar-Verleihung. Kathryn Bigelow wurde als erste Frau überhaupt mit der Regie-Auszeichnung bedacht. "Das ist der Moment meines Lebens", sagte Bigelow.
Enttäuschung für "Avatar"
Drei Oscars sind die enttäuschende Bilanz für den favorisierten Blockbuster "Avatar" (für neun Preise nominiert). Der erfolgreichste Film aller Zeiten konnte in den Hauptkategorien nicht überzeugen und erhielt Preise für die beste Ausstattung, visuelle Effekte und Kamera.
"Oben" ist bester Animationsfilm
Als bester Animationsfilm wurde der Disney/ Pixar-Film "Oben" ausgezeichnet. Regisseur Pete Docter nahm den Oscar aus den Händen von Cameron Diaz und Steve Carell entgegen. Der Film um einen alten Mann, der sich mit seinem Haus auf eine Reise begibt, gewinnt auch einen Preis für die beste Filmmusik. Der beste animierte Kurzfilm ("Logorama") kommt aus Frankreich.
Ben Stiller als blaues Männchen
Die Lacher auf seiner Seite hatte Comedy-Star Ben Stiller: Verkleidet als blaues "Avatar"-Männchen überreichte der Schauspieler den Make Up-Award an das "Star Trek"-Team.
Mit den Tränen kämpfte Drehbuch-Autor Geoffrey Fletcher, der einen Oscar für "Precious: Based on the Novel 'Push' by Sapphire" entgegennehmen dufte. "Ich habe die Rede für ihn geschrieben", scherzte Steve Martin nach der bewegenden Dankesrede. Für ihre Rolle in "Precious" wurde Aktrice Mo'Nique als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
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