
Dreifach hält besser. Und so ist mit Michael Haneke nicht nur zum dritten Mal in Folge ein österreichischer Regisseur in der Kategorie des „Besten nicht-englischsprachigen Films“ für sein Schwarz-Weiß-Drama „Das weiße Band“ nominiert, sondern mit ihm hoffen gleich zwei weitere Österreicher auf die Goldstatue. Kameramann Christian Berger könnte ebenfalls für seine Arbeit an „Das weiße Band“ ausgezeichnet werden und Schauspieler Christoph Waltz für seine Rolle als SS-Mann Hans Landa in Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“.
Die Entscheidung ist schon gefallen, aber erst zwei Menschen, die Stimmenauszähler Brad Oltmanns und Rick Rosas, wissen, wer das Rennen um die begehrten Goldstatuen gemacht hat – für den Rest der Welt heißt es noch raten, für die Nominierten zittern.
Berger nur an dritter Position
Vor allem der gebürtige Wiener Waltz soll unglaublich nervös sein – kein Wunder, katapultierte ihn doch sein Auftritt in Tarantinos Zweiter-Weltkriegs-Groteske gerade erst nach 30 Jahren aus der Kategorie eines wenig bekannten TV-Schauspielers in die Liga der Hollywood-Topstars. Zurzeit hüpft er in Los Angeles von einer Pre-Oscar-Party zur nächsten, genauso wie sein Landsmann Michael Haneke. Der Autorenfilmer, der ebenso wie Waltz beim Filmfestival von Cannes ausgezeichnet wurde, hat schon gewonnen – zumindest wenn man internationalen Buchmachern glauben möchte. Beim Wettanbieter „b-win“ wird sein Sieg pro eingesetztem Euro gerade einmal mit 85 zusätzlichen Cent vergütet – ein Sieg des Konkurrenzfilms aus Peru, „La teta asustada“, brächte mehr als 29-mal so viel ein.
Einzig der Dritte im Bund der österreichischen Oscar-Hoffnungen, der Tiroler Kameramann Christian Berger, kann die Erwartungshaltung in Grenzen halten. Mal 5.4 würde das Wettbüro „betfair“ den eingesetzten Geldwert im Zuge eines Sieges vergüten – damit wird er hinter seinen Kamerakollegen von „Avatar“ (2.2) und „Hurt Locker – Tödliches Kommando“ (2.4) nur auf Platz drei gereiht.
Die besten Chancen auf die Trophäe des Besten Films räumen die Wettbüros ebenfalls „Hurt Locker“ (1.75) vor „Avatar“ (2) ein. Dieses Jahr sind gleich zehn statt nur fünf Filmen in der Königskategorie nominiert. Das gestaltet nicht nur das Wetten, sondern auch den Entscheidungsprozess um einiges aufwändiger: 5777 stimmberechtigte Mitglieder der amerikanischen Filmakademie wählen. In jeder Kategorie benennen sie ihren Oscar-Favoriten – außer in der für den besten Film. Dort müssen sie eine Rangliste angeben.
Geheim und fensterlos
Diese dann nach einem System auszuzählen, das bereits bei Kommunalwahlen erprobt wurde, und in ein Ergebnis umzuwandeln, ist die Aufgabe von Brad Oltmanns und Rick Rosas. Die beiden sind Teilhaber von PricewaterhouseCoopers, der Firma, die die Oscar-Stimmen seit 76 Jahren auszählt. Was genau sie am 2. März in einem fensterlosen Raum an einem geheimen Ort ermittelt haben, wird dem Rest der Welt erst in der Nacht auf den 8. März enthüllt. ORF 1 überträgt ab 0.55 Uhr live. Kommentieren werden Hannelore Veit und Alexander Horwath.
ohne waltz wäre inglourisous basterds nur ein weiterer abstieg in quintons karriere
was ich mir erhoffe mehr aussenseitersiege
(blind side, invictus) weil das märchen das avatar nicht nur trash ist und dann auch noch mit oskars überschüttet werden soll, erfüllt
mich nicht gerade mit freude über die vielleicht ankommende oberflächlichkeit der filmfabrik hollywood!
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