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Frischer Preis-Kick belebt die Kunstszene

Bild vergrößern Frischer Preis-Kick belebt die Kunstszene

Anton Kehrer  Bild: Anton Kehrer

Anna Weidenholzer, Anton Kehrer, Gerlinde Miesenböck, Rudolf Jungwirth. So heißen die ersten Gewinner eines neuen Kunstpreises (dotiert mit je 3000 Euro), den die Wirtschaftskammer OÖ in den Sparten Literatur, Bildende Kunst, Neue Medien und Musik ausgeschrieben hat.

„Wir hatten über 130 Bewerbungen. Ich war wirklich überrascht von der hohen Qualität.“ Franz Mittmannsgruber von der Wirtschaftskammer OÖ freut sich im Gespräch mit Kunstpreis-Medienpartner OÖN: „Unsere Befürchtung, dass sich die Jury – darunter Gunther Waldek und Andre Zogholy – mit Dilettanten herumschlagen muss, ist nicht eingetreten. Vom Niveau sind die Einreichungen in etwa vergleichbar mit jenen zu Ausschreibungen der Landeskulturdirektion.“ Ein repräsentativer Querschnitt durch das oberösterreichische Kunstschaffen. Die Initiatoren sind zufrieden.

Das war auch die Jury, wie sich an den Statements leicht ablesen lässt: „Die Texte der jungen Autorin sind dicht und schnörkellos, eingeflochtene innere Monologe und Dialoge lassen die individuellen Züge ihrer Figuren noch deutlicher hervortreten, zentrale Motive und Themen (in den Titeln der Erzählungen verdichtet zusammengefasst) werden konsequent verfolgt und überzeugend dargestellt“ – so heißt es etwa zu den Texten von Anna Weidenholzer (*1984).

Stilsicherheit

Die einstige OÖN-Mitarbeiterin arbeitet erst seit einigen Monaten als freischaffende Literatin, hat aber bereits mehrmals durch Auszeichnungen (etwa beim Willemer-Preis 2009) aufhorchen lassen. Nun hat sie auch die Jury der neuen Kunstinitiative der Wirtschaftskammer Oberösterreich überzeugt: „Die Stilsicherheit und Klarheit in der Ausführung ihrer Texte lassen dem gesamten (im Entstehen befindlichen) Erzählband Anna Weidenholzers mit Spannung entgegensehen. Mit den ersten Proben daraus hat sie sich den Literaturpreis 2009 der Wirtschaftskammer Oberösterreichs in jedem Fall verdient.“

Verdient hat sich einen der in den Bereichen Literatur, Bildene Kunst, Neue Medien und Musik ausgeschriebenen Preise auch der Linzer Anton Kehrer (*1968) – ein „Lichtbildner“ im wahrsten Sinn des Wortes. Er hat überzeugt, weil „sein bisheriges künstlerisches Schaffen als erstaunlich eigenständig und konsequent bezeichnet werden kann“.

Alter Musikhase

Ausgehend von fotographischen Arbeiten setzt sich der bereits zweimal mit der Talentförderungsprämie des Landes Ober-österreich ausgezeichnete Künstler seit Jahren intensiv mit den Phänomenen Licht und Farbe auseinander. Ein hervorragendes Beispiel seiner künstlerischen Arbeit ist übrigens bis 20. November im Eingangsbereich der Linzer Energie AG zu sehen.

Ein „alter Hase“ im Kunstpreis-Betrieb – so erhielt er unter anderem 1999 den Landeskulturpreis für Musik – ist auch der vielseitige Linzer Organist, Cembalist und Komponist Rudolf Jungwirth (*1955). Er bekommt den neuen Kunstpreis für die Arbeit an seinem Zyklus „Mozart-Reminiszenzen“, der die Jury durch „ konsequente Ideengestaltung und klangliche Subtilität in handwerklich überzeugender Ausarbeitung“ beeindruckt hat. Jungwirth habe dabei auch „die Versuchung, Mozarts Musik durch unreflektierte Anklänge und Zitate allzu deutlich in den Vordergrund zu spielen, mit Raffinesse umgangen und mit konzentrierter Aussage seine persönliche Handschrift prägnant umgesetzt.“

Poetische Bildgeschichten

Die Freistädterin Gerlinde Miesenböck (*1978), die im Bereich Neue Medien ausgezeichnet wird, erhält den Preis für ihre neue Arbeit „Land_sterben“. Dazu die Jury: „Die Bilder und Videos vermitteln in ihrer Aussagekraft verblüffend poetische Geschichten, ohne in eine stumpfe Romantik zu verfallen.“

Am 10. November finden im neuen Südflügel des Linzer Schlossmuseums (für geladene Gäste) die Prämierung und das Abschlussfest zu dieser neuen Kunstinitiative statt. Sie umfasst – die OÖN berichteten bereits – neben der Preisvergabe auch eine bemerkenswerte Verschränkung von Tourismuswirtschaft und Kunst.

Ebenfalls nach Bewerbungen ausgesuchte neun Stipendiaten konnten dabei über die Sommermonate hinweg als „artists in residence“ bis zu drei Wochen in oberösterreichischen Gastbetrieben gratis und somit entspannt an ihren Projekten arbeiten. Franz Mittmannsgruber: „Für alle war es ein völlig neues Erlebnis an Zusammenarbeit.“ Und von jeder Seite habe es höchst erfreuliche Rückmeldungen gegeben.

Die Ergebnisse der „Residence“ werden ebenso wie die engagierten Gastbetriebe selbst im Südflügel des Linzer Schlosses, in den OÖN und auch in einem umfassenden Katalog vorgestellt.

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