ePaper | 
Anmelden
 |  A A A

 
Linz  -4°C ·  Enns  -5°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Kultur

Gemeinsam sind wir stark

Bild vergrößern Gemeinsam sind wir stark

Der Chor der Arbeitnehmer im Radleroutfit verleiht dem Unternehmer (Lutz Zeidler, Mitte) Flügel...   Bild: brachwitz

Eine rare Situation: Ein Landestheater und der Gewerkschaftsbund vergeben gemeinsam ein Auftragsstück zum Thema Arbeitswelt und Betriebsratswesen. „Ein Schritt weiter“ ist nun in Linz zu sehen.

Europaweit steigen Arbeitslosigkeit und Ängste der Arbeitnehmer. Die viel zitierte Krise dient oft auch als Vorwand für Freisetzung genannte Kündigungen. Der Berliner Autor Bernd Freytag hat sich dieser Realität genähert: Dem Stücktitel „Ein Schritt weiter“ musste er wohl auch den Auftraggeber beifügen, deshalb „ – Im Auftrag der Gewerkschaft!“. Freytag hat sein Bühnenhandwerk u. a. auch beim legendären Chor-Regisseur Einar Schleef erlernt. Und genau dieses dramaturgische Mittel passt hervorragend: Es geht um das „Wir“, das aus vielen „Ichs“ besteht, nur gemeinsam und wenn wir gleichsam mit einer Zunge sprechen, sind wir stark und können gemeinsame Ziele durchsetzen. Der Chor – beeindruckend exakt mit Laien und Schauspielern von Freytag einstudiert – spielt, flüstert, fragt, brüllt – Applaus! Einzelne – die Schauspieler – treten zwar, tun sich aber nicht hervor. Die Betriebsrätin (Franziska Sörensen), die ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat – wer dankt es ihr? Der illusionsgläubige Bildungssekretär (Georg Bonn), der Hoffnung predigende Pfarrer (Joachim Rathke), der um Mitleid heischende Unternehmer (Lutz Zeidler). Das alles begleitet von einer, die schon längst alles verloren hat (Karin Enzler). Und der Autor (gespielt von Thomas Bammer) schrieb sich auch selbst ins Stück: ein vifer Kniff, um Zweifel oder auch eine andere Meinung zu artikulieren.

Es sind aneinandergereihte Szenen: die Realität zusammengefasst – nach Gesprächen mit Betriebsräten, Besuchen in oberösterreichischen Firmen, mit Originalzitaten, plakativen Parolen, klugen Überlegungen, aber auch Klischees, hinter denen ja immer auch Wahrheit steckt. Das Bühnenbild (Carola Reuther) im 70er-Jahre-Furnierholz-Charme: Erinnerung an glorreichere ÖGB-Zeiten? Das Stück ist ein wichtiger und aktueller Beitrag zur Arbeitswelt, umgesetzt in einer Form, die auch jene, die Theaterhäuser sogar von außen ignorieren, ins Gemüt treffen könnte. Und außerdem in einer auch für frühaufstehende Arbeitnehmer freundlichen Kürze von eineinviertel Stunden.

Schön, dass ein Landestheater solch ein Stück in den Spielplan aufnimmt. Und im dicken Programmbuch gibt es ÖGB-Infos samt Stückabdruck.

Info: Tel. 0800 218 000; www.landestheater-linz.at
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Weitere Artikel aus Kultur
Fremdfirmen oft für Bühnentechnik zuständig
In der Salzburger Festspielaffäre sind neue Vorwürfe aufgetaucht: Ein Salzburger Unternehmer sagte im "Salzburg heute"-Interview, er habe einem Mitarbeiter der Sommerfestspiele Schmiergeld zahlen müssen, um Aufträge zu bekommen oder zu behalten.    mehr mehr
Im Zusammenhang mit ungerechtfertigten Geldflüssen bei den Salzburger Oster- und Sommerfestspielen über mehrere Jahre werden in der Strafanzeige an die Salzburger Staatsanwaltschaft bisher acht Beschuldigte genannt.   mehr mehr
"Stück Wiener Musikgeschichte" verlässt die Oper
Mit historischen Dokumenten und Akten aus der Wiener Staatsoper wandert "ein großes Stück Wiener Musikgeschichte" in das Österreichische Staatsarchiv: Die Staatsoper übergibt "unglaublich wertvolle und vielsagende Dokumente" an jene Institution, "wo diese ...   mehr mehr
Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müßen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail - Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2? : 


Zuletzt kommentiert    mehr »
  • Jaja
    von nachdenklich8, 09.02.2010 13:22 Uhr
    Dem muss ich total zustimmen! Da ist wirklich enormes Einsparungspotential vorhanden!
  • zivilcourage ...
    von feelgood40, 09.02.2010 13:20 Uhr
    besteht zumindest bei mir maximal (bei prügeleien !) aus hilfe holen per handy. es wär nicht das...
  • @eulenauge Glück gehabt
    von Internerdhoernchen, 09.02.2010 13:18 Uhr
    Du hättest auch zum Schneepflug Lawinenopfer werden können. Zum Glück sind die Leute in dieser...
  • Stromvergeudung notwendig?
    von meinermeinungnach, 09.02.2010 13:13 Uhr
    Der Mieter bestimmt ja selbst in welche wohnung er einzieht.Da derartige Wohnungen mit einer...
  • Was hälts Du
    von klaus9951, 09.02.2010 13:12 Uhr
    von Zivilcourage? Das ist es doch, was uns allen fehlt - siehe den verprügelten 14 Jährigen im Bus ...
  • @klaus9951
    von Internerdhoernchen, 09.02.2010 13:09 Uhr
    Dass es dumm ist, jemandem imponieren zu wollen.
 
 
 
Anzeigen:  Karriere · Immobilien · Motormarkt · Reisemarkt · Servicemarkt · Anzeigen A-Z · Kontakte · Trauer · Glückwünsche · Inserieren