Höchst erfolgreich gestaltete sich die erste Veranstaltung der neuen AK-Reihe „Tuesday – the bluesday“ im neuen Linzer Kongresssaal: bestens besucht, von Peter Guschelbauer spannungsreich programmiert, minimale „Presswehen“.
Den Startschuss feuerte vor Blues-Profi Doug MacLeod (erst vor einem halben Jahr im leider insolventen Count Davis bejubelt) die junge Wiener Sängerin / Gitarristin Mary Lamaro ab. Mit ihrer Broadcast Band (herausragend: Jimi Dolezal an den Stromgitarren) reiste sie akustisch quer durch Gospel, Soft-Country und rudimentär Poppiges.
Lava bis zur Unterlippe
Und was da auf den ersten Blick einfach nur als zeitgemäß zartes Stirnbandmäderl wie aus der H&M-Werbung daherkommt, hat doch tatsächlich das Zeug zur heißen Bluesröhre. Ein Vokal-Vulkan, der knapp vor dem Ausbruch steht. Da brodelt die Lava quasi schon bis zur Unterlippe. Lamaro schürfte an diesem Abend auch haarscharf neben den Emotionen einer Janis Joplin und im Wild-Child-Garten einer K. D. Lang. Grub den Dreck aus Downtown-New-York ebenso wie den Sozial-Schmerz aus den Cottonfields back Home. Transportiert zudem soziale Kompetenz: animiert ihr Publikum zur Spende für Sozialprojekte, die sie selbst initiiert.
Ganz hatte sie die Zuhörer noch nicht im Griff, aber vielleicht wäre ja generell für Blueskonzerte ein völlig dunkler Zuschauerraum eine bessere Stimmungs-Hebamme.