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"Wir wissen, dass Sebastian Kurz bei Ihnen direkt unterm Herrgott sitzt"

OÖN vorab: Am Montag ist Landeshauptmann Thomas Stelzer zu Gast bei "Fußi will streiten" auf Puls 4.

Thomas Stelzer beim Interview mit Redakteur Rudolf Fußi für Puls4 Bild: Alexander Schwarzl

Rudolf Fußi ist ein Streithansl, meinungsstark und herrlich g'feanst. Eine Passion, die der Politikberater mit der schillernden Persönlichkeit in seinem neuen „Puls 4“-Talkformat „Fußi will streiten“ zelebriert. Am Montag Abend ab 23.40 Uhr nimmt der 38-Jährige in Raum 249 des Linzer Landhauses ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer ins Fadenkreuz. Die OÖN sahen die Aufzeichnung der vierten „Fußi will streiten“-Folge vorab.

„Ist das nicht von Neid getriebener Populismus?“, fragt Fußi, der einst das Abfangjäger-Volksbegehren initiierte, zu Beginn mit Bezug auf das neue ÖVP-Plakatsujet „Arbeit lohnt sich wieder“. Durch die Kürzung der Mindestsicherung in Oberösterreich habe schließlich kein Hackler auch nur einen Cent mehr in der Tasche. Den Vorwurf man instrumentalisiere Neid für politische Zwecke verneinte Stelzer. Sozialleistung sei ja kein Lebensmodell, sondern ein Mittel, um über Notlagen hinwegzuhelfen. Auch die Forderung nach einer Erbschaftssteuer wies der Landeshauptmann zurück. Denn: „Erworbenes Vermögen, das bereits versteuert wurde, noch einmal zu besteuern, wäre unfair.“ Überzeugen konnte er seinen Gesprächspartner nur bedingt. Fußi: „Da muss sich die ÖVP einen neuen Schmäh überlegen“.

„Komischer“ Umgang

Apropos Schmäh. Trocken konterte der Pühringer-Nachfolger Fußis Anmerkung, dass mit dem früheren Vizekanzler und ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner „komisch“ umgegangen worden sei. Stelzer: „Dass man in der Politik nicht gerade sanft angefasst wird allenthalben, das stimmt.“ Fußi: „Vor allem von den Eigenen...“ Stelzer: „Wie immer.“

Ausführlich Raum bekam die anstehende Nationalratswahl am 15. Oktober. In Anspielung auf ÖVP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz stichelte Fußi, es sei „gewöhnungsbedürftig, wenn gestandene Männer über einen 30-Jährigen reden, als wäre er der Heilsbringer“. Ob man „dem Buam“ da etwas Gutes tue? Für Stelzer kein Problem, da Kurz „eine politische Ausnahmeerscheinung“ sei, in welche die Menschen Hoffnung setzten. Fußi: „Wir wissen, dass Kurz bei Ihnen direkt unterm Herrgott sitzt.“ Mit der Frage „Sozialminister Herbert Kickl, Norbert Hofer als Innenminister - was macht das mit Ihnen?“ versuchte Fußi danach die Chancen für eine schwarz-blaue Koalition im Bund auszuloten. Antwort Stelzer: „Mit mir macht die Vorstellung, dass Sebastian Kurz Bundeskanzler wird, was.“ „Dass sie auf den besonders stehen, hab ich schon kapiert“, entgegnete Fußi leicht genervt.

Giftige Blicke

Für Oberösterreich könne sich Stelzer vorstellen, dass auch das Land die Befugnis erhalte, Steuern einzuheben. Dazu müsse aber das gesamte Steuersystem neu aufgestellt werden. Realistisch sei das im Moment wenig: „Das wäre ein großer Hub, die ganze Staatsorganisation würde sich ändern.“ Vorrangig seien derzeit vielmehr Investitionen in die Universitäts- und Forschungslandschaft, die Internet-Infrastruktur sowie in die Vermittlung von Basiswissen in Kindergarten und Volksschule.

Trotz divergierender Meinungen und so manch giftigem Blick, im OÖN-Gespräch im Anschluss an die Aufzeichnung zeigten sich die Gesprächspartner konziliant. „Es war sehr intensiv. Er war auch nicht vornehm in manchen Formulierungen, das ist aber auch nicht seine Aufgabe“, bilanzierte Landeshauptmann Stelzer. Von Fußis Streitlust habe er sich nur bedingt anstecken lassen: „Ich bin ein gefühlsbetonter Mensch. In Rage zu bringen, bin ich aber schwierig.“ Zufrieden zeigte sich auch Rudolf Fußi: „Es war ein gutes Gespräch. Er war natürlich sehr in der Landeshauptmann-Rolle drinnen, hin und wieder blinzelte aber der Mensch Thomas Stelzer hervor. Das hat mir gefallen.“

Info: „Fußi will streiten“ läuft am Montag ab 23.40 Uhr auf Puls 4. Danach ist die Folge in voller Länge unter www.puls4.com/fussi-will-streiten abzurufen.

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Artikel Von Lukas Luger 18. Juni 2017 - 15:19 Uhr
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