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„Weil mi kain ainzige Sauhaut nöt will“ - Bauernlieder von Pater Maurus

Chorleiter könnten aus dem Vollen schöpfen, wenn sie ihr Volkslieder-Repertoire erweitern wollen; trotzdem wählen viele immer wieder dieselben Lieder aus.

Kolumne

Pater Maurus Lindemayr Bild: Jjohann Klaus

Heute wird ihnen ein neues Singbuch als Fundgrube nahegelegt: "Klavierlieder in oberösterreichischer Bauernsprache", ein bibliophiles Prachtstück aus Richard Pils’ Verlag Bibliothek der Provinz.

Den Herausgebern Christian Neuhuber und Peter Deinhammer, zwei Oberösterreichern mit akademischen Karrieren, haben es die "Bauernlieder" des Lambacher Benediktinerpaters Maurus Lindemayr (1723–1783) angetan, die der Kremsmünsterer Ordensbruder Ernest Frauenberger (1773–1840) für Fortepiano arrangierte – eine gelungene Symbiose aus Volkslied und Kunstlied.

Ein Jahrhundert vor Franz Stelzhamer war P. Maurus Lindemayr der bedeutendste Dialektdichter des bairisch-österreichischen Sprachraumes. Er beherrschte die Kunst, den Menschen mit selbst geschriebenen Liedern all das "hineinzusagen", was sie in Predigten kaum wahrgenommen hätten. Lindemayr erzählt von Fehden und bäuerlichem Elend ebenso wie von den lustvollen Freuden barocker Unterhaltung.

Dabei versteckt er das Belehrende listig hinter Lustigem, oft auch in derbem Gewand, im Dialekt des 18. Jahrhunderts: "Leckts mön A... Menschä! iezt geh i davon / ös nächst böstö Klastä, das i nä trief an / i will eintrettn, ös braucht gar nöt viel / weil mi kain ainzigi Sauhaut nöt will."

Nur weil ihn kein Mädchen erhört, will er ins nächstbeste Kloster eintreten – ein Zerrbild priesterlicher Berufung.

Christian Neuhuber erklärt jeden Text und kommentiert den historischen Kontext. Bei der Buchpräsentation wird er, von Peter Deinhammer am Klavier begleitet, einige Lieder selbst singen. Denn der aus Gmunden stammende Dozent für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Graz ist auch ausgezeichneter Geiger und Pianist, Sänger, Chorleiter und – Fußballtrainer.

Info: Buchpräsentation heute, 7.5., 19.30 Uhr, StifterHaus Linz, Adalbert-Stifter-Platz 1.

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Artikel Klaus Huber 07. Mai 2015 - 00:04 Uhr
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