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Was wäre wohl aus Jimi Hendrix geworden?

Der virtuose Revoluzzer der Rockgitarre wäre heute 75 Jahre alt geworden – ein Blick zurück

Jimi Hendrix blickte über den musikalischen Brillenrand seiner Zeit.   Bild: (dpa)

Die meisten Ranglisten der besten Rockgitarristen führen ihn auf Platz eins. Einige wenige Jahre bis zu seinem Drogentod reichten Jimi Hendrix, um zur Legende zu werden. Er hat die Rockgitarre revolutioniert wie kein Zweiter – in nur vier Jahren von 1966 bis 1970, die ihm für seine rauschhaft intensive Weltkarriere blieben.

Geboren am 27. November 1942 in Seattle, beeinflusste er Rock, Blues und Jazz gleichermaßen. Am 18. September 1970 erstickte er im Alter von 27 Jahren nach Drogenmissbrauch am eigenen Erbrochenen. Berühmt wurde Hendrix durch die Behandlung seiner Fender Stratocaster, die er zärtlich singen und wild aufjaulen, brüllen und in Rückkopplungen fast explodieren lassen konnte.

Spiel mit Zähnen und Zunge

Die elektrische Gitarre von Hendrix ahmte den infernalischen Lärm von Armeehubschraubern nach, sie zerschredderte die US-Nationalhymne – für viele Zeitzeugen ein Zeichen seines Zorns über den Vietnamkrieg. Er spielte mit den Zähnen und der Zunge. Am Ende vieler Konzerte ging sein Instrument in Flammen auf, mit Hilfe von Feuerzeugbenzin, als ein Akt der kultischen Opferung des Allerliebsten.

Man versucht, ihn sich als Rock-Opa mit grauem Afrolook auf einem Festival neben Mick Jagger, Bob Dylan und Eric Clapton auszumalen – es funktioniert nicht. Jedenfalls nicht bei Hendrix-Biograf Professor Klaus Theweleit. "Also, ich kann ihn mir schwer als Altrocker vorstellen, der nur von seinem frühen Material zehrt. Der Horizont seines Spiels hätte sich mit Sicherheit erweitert. Und er hätte auf Teufel komm raus Neues probiert – auch als alter Mann."

Genialer Gitarrenspieler und Idol der amerikanischen Hippie-Bewegung 

Die Frage "Was wäre, wenn ..." stellt sich bei allen Musikern, die wie Hendrix dem berühmt-berüchtigten Club 27 der mit nur 27 Jahren Gestorbenen angehören: Janis Joplin, Brian Jones von den Rolling Stones, Jim Morrison von The Doors, Kurt Cobain von Nirvana. Das unzeitgemäße Ende wurde Teil ihres Mythos.

Bei Hendrix ist die Frage besonders interessant, weil er nach dem Ende seiner Zeit mit dem Trio The Jimi Hendrix Experience 1969 und dem kurzen Intermezzo mit der Band of Gypsys auf dem Weg zu neuen Ufern war. "Außerdem hatte er eine Zusammenarbeit mit Miles Davis angefangen, der dann diese Fusions-Geschichte von Jazz und Rock durchgebracht hat. Da hätte Hendrix gut reingepasst." Er hatte "jede Menge musikalische Pläne im Kopf. Was dabei entstanden wäre, können wir nur vage ahnen. Aber seine Energie hätte er nicht verloren, so ein Typ hört nicht auf, der muss zwangsweise weiter erfinden." Bei Hendrix "brannte die Kerze nicht nur an zwei Enden, sondern auch noch in der Mitte".

527 Auftritte in vier Jahren

Was an Jimi Hendrix bis heute fasziniert, sind sein unfassbar virtuoses Gitarrenspiel, seine Studio-Innovationen, seine fast immer furiosen Live-Shows (527 sollen es in nur knapp vier Jahren gewesen sein). Theweleit: "Einen Gitarristen, der heute nicht irgendwie Hendrix verarbeitet hat, kann ich mir nicht vorstellen."

Playlist: Jimi Hendrix' größte Hits

Zitate über Jimi Hendrix

"Warum wird Jimi Hendrix nicht als einer der wichtigsten Komponisten des Jahrhunderts anerkannt? Von den Musikwissenschaftern. Warum wird über ihn nicht wie über John Cage gesprochen?" – Brian Eno, Roxy Music

"Zum Teufel, was macht der da? Ich sehe mich nach dem zweiten Gitarristen um – weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass er die Töne allein produzierte." – Richie Havens, US-Folksänger

"Wer ihn allein anhand seiner Aufnahmen beurteilen muss, kann einem nur leid tun. Erst in Fleisch und Blut war er wirklich einmalig – ein Alchemist, der sich auf der Bühne ständig häutete, sich sogar körperlich zu verändern schien." – Pete Townshend, The Who

"Den Klang, den er im Kopf hatte, hörte nur er." – Mitch Mitchell, Hendrix-Schlagzeuger

 

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Artikel 27. November 2017 - 00:04 Uhr
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