Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 22. April 2018, 12:34 Uhr

Linz: 22°C Ort wählen »
 
Sonntag, 22. April 2018, 12:34 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Kultur

Valie Export: "Linz war damals nicht zu ertragen"

1968 konnten Passanten ihren Busen begrapschen – "Tapp- und Tastkino" hieß die Kunstaktion, bei der Valie Export einen Karton über ihrem nackten Oberkörper trug. Und wer die Bilder ihres Films "...Remote...Remote..." (1973) im Kopf hat, der erinnert sich schmerzhaft, wie die Künstlerin vor einem riesigen Foto zweier missbrauchter Kinder sitzt und sich mit einem Teppichmesser die Haut ihrer Finger vom Nagelbett schneidet.

Valie Export: "Linz war damals nicht zu ertragen"

Valie Export Bild:

Für die 1940 in Linz als Waltraud Lehner geborene und 1960 zunächst nach Wien und später in die Welt drängende Künstlerin war ihr Körper stets Kunstobjekt und feministische Waffe in einem. "Ich musste weg", sagt Valie Export, "Linz war damals nicht zu ertragen." Inzwischen habe sich die Stadt gut entwickelt. Sie hat Künstlerinnen wie Cindy Sherman und Marina Abramovic beeinflusst, 1977 nahm sie an der "documenta 6" in Kassel teil, 1980 vertrat sie zusammen mit Maria Lassnig Österreich auf der Biennale in Venedig.

Kunst-Ikone

Völlig zu Recht nennt der Linzer Kunstuni-Rektor Reinhard Kannonier die 76-Jährige eine "Ikone". Linz wurde erst auf sie aufmerksam, als schon die halbe Welt von ihr sprach. Dass die Stadt 2015 ihren Vorlass gekauft (700.000 Euro) und mit den Handschriften, Negativen, Datenträgern, Dias, Videofilmen, Modellen sowie Exports Korrespondenz (1967–2011) am 10. November (11 Uhr) das Valie Export Center in der Tabakfabrik eröffnet, sei, so Kannonier, großartig. Die Unternehmung findet in Zusammenarbeit der Kunstuni und des Kunstmuseums Lentos statt, das ab 9. November die Ausstellung "Valie Export. Das Archiv als Ort künstlerischer Forschung" zeigt. Das Symposium "Wilde Archive" (10. 11., ab 13 Uhr) unterstreicht mit herausragenden Referenten – unter anderem documenta-archiv-Direktorin Birgit Jooss und Glenn R. Phillips, Sammlungsleiter des Getty Research Institute in Los Angeles – die Strahlkraft von Valie Export. Ausgerechnet in der Tabakfabrik – dieses Gebäude habe Valie Export schon als Kind architektonisch geprägt. In der Neuen Galerie – der Lentos-Vorläuferinstitution – habe sie sich damals obendrein in Alfred Kubins Zeichnungen verliebt.

Wie Center und Forschungszentrum fortan finanziert werden sollen, stehe noch nicht fest. Kannonier: "Wir müssen die Regierungsbildung abwarten, aber Valie Export ist eine Künstlerin von Weltbedeutung, also geht dieses Projekt auch die Bundesregierung etwas an."

Kommentare anzeigen »
Artikel Peter Grubmüller 18. Oktober 2017 - 00:04 Uhr
Mehr Kultur

Jonas Kaufmann singt beim "Life+ Celebration Concert"

WIEN. Aus einer einmaligen Idee ist eine Institution geworden: Am Vorabend des Life Balls am 2.

Mini-Me-Darsteller Verne Troyer ist tot

WASHINGTON. Der Schauspieler Verne Troyer, vor allem für seine Rolle als Mini-Me in den "Austin ...

Star-DJ Avicii († 28): - "Es war ein Leben unter Starkstrom"

STOCKHOLM. In den vergangenen Jahren hat der verstorbene Hit-DJ Avicii offen über seine ...

Schauspielerin und Sängerin Margarethe "Guggi" Löwinger ist tot

Die Sängerin und Schauspielerin Margarethe "Guggi" Löwinger ist tot.

Hit-DJ Avicii ist tot: Kollegen und Fans trauern

STOCKHOLM. Der schwedische Künstler, der eigentlich Tim Bergling heißt, wurde tot in Maskat, Oman, ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!