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Ungeplante Abstecher in den Dschungel

Kein Drehbuch: Margit Atzler folgt für ihre Doku über Perus Ureinwohner nur der Intuition.

Ungeplante Abstecher in den Dschungel

Die einzige Blonde weit und breit: Margit Atzler (r.) in der Gemeinschaft "Monte Salvado". Mit den Frauen befreite sie Yucca-Felder von Schlingpflanzen. Bild: M. Atzler

Sie ist eine Filmemacherin, die Arbeit und Leben vor allem auf eine Art gestaltet – jene, die sich für sie richtig anfühlt. Lenken lässt sich Margit Atzler, die in Bruck-Waasen lebt, trotzdem: von ihrer inneren Stimme. Und ihr Instinkt, der bei anderen oft von zwanghaften Plänen zurückgedrängt wird, hat sie weit weg von ihrer Heimat geführt – zu den Ureinwohnern Perus.

Das Ergebnis dieser Reise, die noch nicht beendet ist, soll ein Dokumentarfilm werden. Der Titel: "Salida", ("Aufbruch", "Ausweg").

Wer die Arbeiten der Regisseurin kennt – in der Doku "Im Fluss des Lebens" zeichnete sie die Verbindung der Menschen zum Río Baker in Chile nach – weiß, dass es sich bei "Salida" keinesfalls um sensationsheischende Stückware handeln wird. Zwischen Atzler und ihrer Arbeit stehen keine arg verzerrenden Sachzwänge.

Sie will keinem Studio, keiner Zielgruppe gefallen, sondern bei den Menschen andocken. "Zum einen will ich zeigen, wo man im Leben hinkommen kann, wenn man Entscheidungen aus der Intuition, dem Herzen heraus trifft", sagt sie den OÖN. "Andererseits will ich herausfinden, was es von den Ureinwohnern noch zu lernen gibt."

Alles Ursprüngliche, das sie (wieder)entdeckt, will sie auf ihr Leben in Österreich übertragen.

Zu ihren wesentlichsten bisherigen Erfahrungen zählt etwa, aktuelle Bedürfnisse anzuerkennen und Prioritäten danach zu setzen. "Vor Peru habe ich mich als Vegetarierin bezeichnet", gibt sie zu. Während ihres mehr als zweiwöchigen Aufenthalts bei der Gemeinschaft "Monte Salvado", eine von mehreren Stationen, wurde aber gejagt. "Du isst dann eben Affen und Schildkröten."

Ein Nein wäre respektlos

"Ich habe etwas provokante Fotos davon auf Facebook gestellt. Es gab schon Aufschreie von besonders tierlieben Menschen." Und wenn sie Nein gesagt hätte? "Das wäre respektlos gewesen."

Mit ihrer Einstellung wurde die Regisseurin in die Mitte von zwei Großfamilien aufgenommen, die eine Hütte als Schlafstätte, eine Veranda als Lebensraum und eine kleinere Hütte zum Kochen bewirtschaften. "Ich habe am Anfang einmal nicht gleich die Kamera ausgepackt und habe sehr langsam begonnen, sie zu filmen. Aber ich konnte mich extrem frei bewegen." Der Weg in diese erste Situation, den Atzler mit einen 95-Liter-Rucksack bestritt, war nie durchgeplant. Eine sechswöchige Schiffsreise und viele zufällige Hinweise waren ihre Etappen.

Zum ausschlaggebenden Treffen kam es in einem Büro der Ureinwohner-Vertretung. Ein Freund von Atzler fragte einen Wartenden: "Woher kommst du, Amigo?" Die Antwort: "Monte Salvado."

Es war Teodoro, der Gründer jener Gemeinschaft, zu der Atzler unbedingt wollte. Ihre Reaktion: "Ich habe mir gedacht: Ich mache weit, weit auf – innerlich. Damit er merkt: Die ist eine von uns, so sehr ich eben eine von ihnen sein kann." Und was sagte Teodoro: "Ihr kommt mit mir!"

Salida: Im Herbst will Atzler wieder in Peru drehen. Einblicke gibt es auf www.openheart.at

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Artikel Nora Bruckmüller 07. Juli 2014 - 00:04 Uhr
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