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Tatort-Bilanz: Boerne im Hoch und "die schlechteste Folge aller Zeiten"

Seit Sonntag ist Schluss! Erst im Herbst gibt es wieder neue Tatort-Folgen. nachrichten.at zieht Bilanz zur Tatort-Saison 2016/17

Frank Thiel (Axel Prahl) und Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) sind die "Tatort"-Lieblinge. Bild: APA

Ein Rückblick auf die „Tatort“-Saison 2016/17: Sie umfasste 36 neue Filme – vom Kölner Krimi „Durchgedreht“ (21. August 2016) bis zum Kieler Krimi „Borowski und das Fest des Nordens“ an diesem Sonntag, 18. Juni.

Nun beginnt die Sommerpause. Der Zeitraum ohne „Tatort“-Erstausstrahlungen dauert mindestens acht Wochen. Wann es im August wieder losgeht, ist nach ARD-Infos noch unklar. Klar ist aber, dass das Erste am 3. September (TV-Duell von Merkel und Schulz) und am 24. September (Bundestagswahl) keinen neuen „Tatort“ ausstrahlen wird. Ein Rückblick und Ausblick zum Saisonende:

 

Welcher „Tatort“ hatte die beste Einschaltquote in dieser Saison?

Die meisten Zuschauer hatte wieder ein Fall des Teams Thiel/Boerne aus Münster. Den WDR-Krimi „Fangschuss“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers sahen am 2. April sensationelle 14,56 Millionen, was die höchste Zuschauerzahl seit 25 Jahren für einen „Tatort“ bedeutete.

Die OÖNachrichten titelten "Boernes Jagd nach dichtem Haar" und erklärten diesen "Kottanesken" Einschlag durch diese Szene: 

Boerne in der Prosektur: „Wie viele Zwerge braucht man, um eine Leuchte zu wechseln?“
Alberich: „Am besten keinen!“

Wie erwartet, schlägt Alberich zurück und holt gegenüber ihrem eitlen Pfau von Chef zum Tiefschlag aus, der gerade versucht, für den Jagdschein zu lernen. Seine aktuelle Lern-Frage ist, wodurch sich das Gefieder eines Jungvogels von jenem eines älteren Tieres unterscheidet.

Alberich: „Durch die Dichte? Ihr Gefieder wird übrigens auch ganz schön schütter!“

Hier die OÖNachrichten-Kritik zum Nachlesen 

 

Welcher „Tatort“ war besonders umstritten?

Besonders viel Aufsehen erregte der ursprünglich für den 1. Januar vorgesehene Dortmunder „Tatort“ mit dem Titel „Sturm“. Darin geht es um einen terroristischen Anschlag. Mit Rücksicht auf die Opfer des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz kurz vor Weihnachten wurde er auf Ostermontag (17. April) verschoben.

Das Fazit aus der OÖN-Kritik: Ein gelungener, ungemein packender Tatort, der einen dennoch  mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Es war die richtige Entscheidung, die Folge nicht in unmittelbarer Nähe zum Berliner Attentat zu zeigen. Ihre Realitätsnähe und die authentische Inszenierung sind auch vier Monate später beklemmend genug."

 

Welche Teams waren diese Saison am häufigsten zu sehen?

Jeweils viermal kamen die Duos aus München und Köln zum Einsatz. Bei den Münchnern Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) gab es, unterbrochen vom traurigen Weihnachtskrimi «Klingelingeling», zwei Fälle als Fortsetzungsgeschichte: „Die Wahrheit“ (23. Oktober) und „Der Tod ist unser ganzes Leben“ (30. April).

Batic und Leitmayr sind generell die Tatort-Rekordhalter, wie die OÖN-Bilanz zur 1000. Folge aufzeigte. 

 

Und wie war eigentlich der große Jubiläums-„Tatort“?

Im 1000. „Tatort“ (13. November) nahm ein Ex-Soldat (Florian Bartholomäi) zwei Ermittler – Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Klaus Borowski (Axel Milberg) – als Geiseln in einem „Taxi nach Leipzig“ mit.
Der Film hieß damit genauso wie einst der erste Fall 1970. Die Kritiken waren eher gemischt als voller Jubel.

Die OÖN orteten "kreative Ansätze, die schief gingen".  

 

Welche Ermittler der 21 aktiven „Tatort“-Teams hatten keinen Einsatz?

Til Schweiger als Tschiller und Wotan Wilke Möhring als Falke hatten keine neuen Fälle. 

Gott sei Dank, möchte man sagen, angesichts von Schweigers Tatort-Gehversuchen. 

 

Gab es Abschiede in der „Tatort“-Welt?

Als ganzes Team verschwand der Bodensee-Tatort. Nach 14 Jahren war Schluss für Ermittlerin Klara Blum, gespielt von Eva Mattes, die in ihrem letzten Fall «Wofür es sich zu leben lohnt» (4. Dezember) an der Seite ihrer Fassbinder-Kolleginnen Irm Hermann, Margit Carstensen und Hanna Schygulla zu sehen war.

Beim inzwischen fünf Jahre laufenden Vierer-Team in Dortmund stieg nach zehn Fällen der Schauspieler Stefan Konarske alias Oberkommissar Daniel Kossik aus.

In Frankfurt verschwand nach vier Fällen der Chef Henning Riefenstahl (Roeland Wiesnekker), stattdessen heißt der Vorgesetzte jetzt Fosco Cariddi (Bruno Cathomas) und ist noch skurriler.

Zum letzten Mal nach sieben Jahren und 14 Episoden war Sibel Kekilli als Sarah Brandt am Sonntag zum letzten Mal im Einsatz.

 

Welche Fälle waren diese Saison die schrägsten?

Der Ludwigshafen-Krimi „Babbeldasch“ (26. Februar) unter der Regie von Axel Ranisch („Dicke Mädchen“) kam ohne festes Drehbuch aus. Ergebnis für den ersten Improvisations-„Tatort“ mit Laiendarstellern: viel Dialekt, viel Kritik und schlechte Quote (nur etwas über 6 Millionen Zuschauer).

Die OÖN schrieben dazu: "Regie ist jene Kunst, die man vor allem dann merkt, wenn sie fehlt."

 

Welche Fälle waren die besten?

Das ist natürlich Geschmackssache. Fragt man aber Experten wie den „Tatort-Fundus“-Gründer François Werner, nennt er den Frankfurter Fall „Wendehammer“ vom 18. Dezember. Darin hatten es die Ermittler Janneke und Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch) mit einer kuriosen Nachbarschaft und Big-Data-Machenschaften zu tun.

Auch der Berliner Krimi „Amour fou“ vom Pfingstmontag (5. Juni) kam gut an. Darin bereitete ein schwules Paar den Kommissaren Rubin und Karow (Meret Becker und Mark Waschke) sowie den Zuschauern einiges Kopfzerbrechen.

 

Was war an den Österreich-Folgen bemerkenswert? 

Harald Krassnitzer drehte seinen 40. Tatort und sprach damit mit den OÖNachrichten:
"Oida, tu was gegen dein Gewicht!" 

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Artikel OÖN 19. Juni 2017 - 14:29 Uhr
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