Immer öfter wird die Linzer Tabakfabrik zum kreativen Ort für Kulturschaffende, trifft der Hauch des Morbiden auf frischen Wind junger Künstler: am Samstag mit Bruckneruni-Studierenden des IDA Institute of Dance Arts in Kooperation mit C. O. V. / Cie. Off Verticality.
Ein Stück von IDA-Leiterin Rose Breuss eröffnete „The Invisible Drives of 9 Dancers- I“, ein Reigen von Choreografien, die dem Zuseher fesselnde Einblicke in den zeitgenössischen Tanz boten. Ihr Stück „Orpheus Augenblicke“ führt in die Unterwelt. Es ist ein gespenstischer Tanz mit den gesichtslosen Schatten, wofür, einfach wie genial, Gasluftballons dienen: Sie werden zur Wand, die Orpheus und Euridice, in der Gewalt von Hades und Persephone, voneinander trennt. Nicht vieler Mittel bedarf es auch im Stück „Downfall“ von Aureliusz Rys: Ein Stuhl dient einem Tänzer, um die Balance zwischen Vernunft und Wahnsinn, den Moment vor dem Fall auszuloten.
Auszüge aus ihrer Choreografie „VIVA / Der Augenblick“ zeigen Rosalie Wanka und Tamara Kronheim, die in ihrem fiebrigen Pas de deux an den Rand der Erschöpfung tanzen. „Denn letztlich geht es darum, im Leben alles zurückzulassen, auch das Leben selbst“, erläutert das Programmblatt, das zu jedem Stück Hinweise bietet.
Auch wenn manches dennoch im Abstrakten bleibt, vermögen die Unmittelbarkeit des Tanzes, die poetischen Bilder emotional zu fesseln. Dem Aufspüren und Überschreiten von Grenzen widmet sich Pawel Dudus in „Three Men“, ein eindringlich getanzter und gesprochener Monolog. Wie oft muss man einen Ball fangen, um aufgeworfene Fragen beanworten zu können, und was, wenn es die falsche ist, wie in „The wrong Answer“ von Juan Dante Murillo Bobadilla?
Viel Beifall für alle weiteren Mitwirkenden: Dorota Lecka, Andrea Maria Handler, Pawel Dudus, , Dolma Jover Agullo, Arnulfo Pardo Ravagli.
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