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Spitzenleistungen trotz Dirigenten-Bremse

OÖ. Jugendsinfonieorchester unter Remy Ballot im Brucknerhaus.

Spitzenleistungen trotz Dirigenten-Bremse

Rémy Ballot (Bild) wurde von Sergiu Celibidache entdeckt. Bild: Winkler

Am Samstag bewies wieder einmal die Elite der jungen oö. Musikerinnen und Musiker, welch famoses Niveau sie bereits erreicht hat und zu welchen Spitzenleistungen sie fähig ist. Das Landesjugendorchester hat noch einmal in seiner bisherigen Formation und Organisation im Brucknerhaus musiziert; wieder unter dem Celibidache-Schüler Rémy Ballot. Und wie sein Meister ist auch er ein Verfechter breiter Tempi, ein Liebhaber langgezogener Bögen. Nur was dem Vorbild und Lehrer gelungen ist, nämlich selbst bei extrem langsamen Tempi die Spannung noch zu halten, gelingt hier nicht immer. Daran sind nicht die jungen Musiker Schuld, sondern das manchmal zu konsequent durchgesetzte Ideal von klanglicher Größe und zeitlicher Großzügigkeit, die es nicht leicht machen, die Vorstellungen auch umzusetzen.

Das war wohl am stärksten bei Beethovens Tripelkonzert, von dem eine gelungenen Aufführung ohnehin fast unmöglich ist und einer Sternstunde gleicht. Hier fehlte die Stringenz, der Fluss und die unbedingt notwendige feurige Lebendigkeit, um diese Musik in Schwung zu bringen. Dabei hat sich das Fritz Kreisler Trio – Josef Herzer (Violine), Lisa Kilian (Cello) und Stefan Gurtner (Klavier) – großartig geschlagen und die bisweilen nicht unbedingt solistenfreundlichen Passagen sehr plastisch umgesetzt.

Die einleitende "Ruslan und Ludmilla" Ouvertüre hätte in dieser Hinsicht auch ein wenig mehr Pfeffer vertragen. Im zweiten Teil erklang dann Rimski-Korsakows "Scheherazade" op. 35 mit außergewöhnlich hervorstechenden solistischen Leistungen, deren "Urheber" man durchaus im Programm besonders hervorheben hätte können. Das sind keine Kindereien, sondern allesamt knifflige Probespielstellen, die von allen grandios bewältigt wurden. Hier passte der weiträumige Zugang Ballots zu dieser Musik, die so durchaus verzauberte und beeindruckte.

Mit einem etwas militärisch straffen "Blumenwalzer" aus Tschaikowskys "Nussknacker" bedankten sich die jungen Orchesterstars für den zu Recht gespendeten großen Applaus.

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Artikel Michael Wruss 02. November 2015 - 00:04 Uhr
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