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Schneider: "Die Maschine hebt ab, und wir haben nicht genug Treibstoff"

Einsparungen im Landestheater: Intendant Schneider und Geschäftsführer Schmitz-Gielsdorf über die von Landeshauptmann Stelzer angekündigte Kürzung von zehn Prozent.

Schneider: "Die Maschine hebt ab, und wir haben nicht genug Treibstoff"

Hermann Schneider im Gespräch Bild: Reinhard Winkler

"Ich habe keine Ahnung, wo die Einsparungen bei uns aufschlagen können", sagt Landestheater-Intendant Hermann Schneider im Gespräch mit den OÖN. Er antwortet damit auf die Ankündigung von Landeshauptmann Thomas Stelzer in den OÖN, das Kulturbudget des Landes samt jenem von dessen Kulturinstitutionen um zehn Prozent zu kürzen. Spiel- und Wirtschaftsplan der TOG (Theater- und Orchester-GmbH) für 2017/18 wurden in der März-Sitzung des Aufsichtsrats (Vorsitzender: Thomas Stelzer) verabschiedet. "Und diese Verabschiedung", sagt Schneider, "kann ja nicht nur die Kenntnisnahme einer wirtschaftlichen und künstlerischen Planung sein, sondern auch ein Auftrag zur Durchführung."

Notdürftige Lösung

Stelzers Vorgänger Josef Pühringer hatte der TOG nach der Schließung der u\\hof:-Bühne nach der Saison 2016/17 noch in der alten Theater-Tischlerei eine Studiobühne für junges Theater in Aussicht gestellt. Stelzer strich das Konzept aus Kostengründen, also improvisierte das Landestheater im alten Orchester-Proberaum an der Promenade eine notdürftige Lösung. Künstlerisch könne nicht gespart werden, weil Koproduktionen, Engagements und Verträge bis Sommer 2019 ausgehandelt sind. Eine Stornierung mancher Projekte würde gar teurer als deren Verwirklichung kommen. Bei allen Bemühungen, den Betrieb kostengünstig zu halten, gibt TOG-Geschäftsführer Uwe Schmitz-Gielsdorf zu bedenken, "dass wir bei einem Gesamtbudget von 60 Millionen Euro – Bruckner Orchester, der gesamte Schauspiel-, Musiktheater-Betrieb und alle Mitarbeiter inklusive – von 80 Prozent Personalkosten sprechen. Wir haben auch mehr als 1000 Mitarbeiter." Für Schneider sei plausibel, dass sich die TOG an den Einsparungen beteiligen müsse, aber "in dieser Kurzfristigkeit ist das nicht zu schaffen."

Schneider: "Die Maschine hebt ab, und wir haben nicht genug Treibstoff"

Uwe Schmitz-Gielsdorf zeigt die improvisierte Studiobühne.

Die Problematik für den neuen Orchester-Chef Markus Poschner und ihn sei es, "dass wir mit Projekten und Visionen hierher gekommen sind und diese auch bei den Auswahlgesprächen dargelegt haben. Jetzt sieht es so aus: Die Maschine hebt ab, und wir haben nicht genug Treibstoff", sagt Schneider. Um die schon jetzt gelebte Sparsamkeit zu veranschaulichen, rechnet Schmitz-Gielsdorf vor: "Wir haben 34 Produktionen pro Jahr, und unser Gesamtbudget für sämtliche Bühnenbilder liegt unter einer Million Euro."

Obendrein sei das Schauspielhaus nach der Sanierung des Zuschauerraumes um 9,5 Millionen Euro technisch noch lange nicht auf dem letzten Stand. Unter anderem müssen die aus dem Jahr 1980 stammenden Inspizientenpulte dringend erneuert werden – Kosten: 600.000 Euro.

Und wie geht’s künstlerisch weiter? Am Freitag (15. 9.) steigt mit dem Musical "Hairspray" die erste Musiktheater-Premiere dieser Saison.

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Artikel Peter Grubmüller 13. September 2017 - 00:04 Uhr
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