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Schlag auf Schlag beeindruckend

Präsentiert von den OÖN: Martin Grubinger und Band begeisterten bei Klassik am Dom.

Schlag auf Schlag beeindruckend

Bild: Klaus Mittermayr

Am Ende dieses fulminanten Konzerts standen mehr als 30 Musiker am Rand der Bühne des Linzer Domplatzes. Gegenüber: 3000 Zuschauer, die in Standing Ovations verharrten, während Martin Grubinger jeden Kollegen vorstellte.

Wer die zwei Stunden lang davor im Publikum gesessen hatte, spürte, dass die explosive Energie, die der Star-Schlagwerker aus Neukirchen an der Vöckla und sein "Percussive Planet Ensemble" an ihn übertragen hatten, irgendwo hin musste. Gehen wollte, konnte man noch nicht. Übrig blieb, aufzustehen und zu klatschen.

Was sich angesichts der erlebten Perfektion in Handarbeit und Koordination von Schlagwerkern und Bläsern anfühlte, als würde man einem Sternekoch als Dessert ein Joghurt aufreißen... Was serviert worden war, war eben ein wahrer Ohrenschmaus. Auch deshalb brillant, weil man von der harten, komplexen Arbeit an dieser kollektiven Präzision nichts spürte.

Lieblich leise, bebend hart

Vielmehr war es, als ob Grubinger und seine Musiker einluden, sich zur Ruhe zu begeben, umhüllt und zugedeckt von Klangschichten. Lieblich leisen, metallen klingenden von den Xylophonen, dumpf heranrollenden, dann bebenden, wenn Trommelhäute stetig härter und schneller traktiert wurden.

Bestechend im Timing, wusste die Truppe genau, wann es Zeit war, die sanfte Decke an Melodien mit harten Beats vom Drum-Set aus über den Groove von Trompeten, Klarinetten und Hörnern zu verstärken, aufzureißen, zu einem Prasseln zu verdichten. Bis ein kraftvoller Schlag den Sack, den sie für das krachende Klanggewitter geöffnet hatten, wieder zumachte. Ein Traum, bei dem es nicht nur von Instrument zu Instrument hechtende Musiker und Chef Grubinger zu sehen gab, der bei sanften Schlägen lächelte wie ein Bub, der sich über den erstmals gelungenen Streich freute. Sondern auch das, was die auf und ab gehenden Wellen der Musik im Kopfkino auslösten. Die Arrangements zu Michel Camilos Stück "Just Kidding" plätscherten, rauschten hinreißend dahin, verströmten karibisches Flair, sodass vor dem inneren Auge das pralle Leben einer Strandpromenade bei Nacht auftauchte.

Im Stück "Jovano Jovanke" floss die süße Melodie dahin wie Honig, lyrisch und anmutig, bis sie sich immer eindringlicher mit einem heranrollenden Beben verband und Kriegstrommeln dem Nebeneinander ein Ende setzten. Wie der Soundtrack zum Tanz eines bösen Zerstörers mit einem Wesen der Unschuld.

Wie gut sich die instrumental erschaffenen Stimmungen bildhaft übersetzen lassen, zeigten die schillernd bunten Projektionen auf der Fassade des Doms. Als Grubinger bei einem Trommel-Solo seine Schläge in ein Tempo steigerte, das an jenes eines Kolibriflügels erinnerte, wurde er fensterhoch auf das Gemäuer projiziert – in einem grellen Farbmix, so außergewöhnlich wie sein Spiel.

Klassik am Dom: Martin Grubinger und "The Percussive Planet Ensemble", Heimspiel 2.0, 16. Juli

OÖN Bewertung:

Das Konzert zum Nachschauen gibt's in der TVThek des ORF.

 

 

Klassik am Dom geht weiter: Heute spielt die Bayern-Band Haindling Klassiker mit Klassik (Münchner Symphoniker). Erwin Schrott feiert am Donnerstag den Tango, je 20 Uhr Karten: OÖN Linz, Wels, Ried/I., 0732 7805 805, wasistlos.at

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Artikel Nora Bruckmüller 17. Juli 2017 - 19:06 Uhr
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