Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Freitag, 27. Mai 2016, 14:13 Uhr

Linz: 24°C Ort wählen »
 
Freitag, 27. Mai 2016, 14:13 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Kultur

"Scham ist ein einflussreicher Motivator"

Als Reaktion auf die "weißen Oscars": Die Academy reformiert die Regeln für alte, inaktive Mitglieder.

"Scham ist ein einflussreicher Motivator"

Sagt, was sie denkt: Ava DuVernay Bild: Reuters

Das Wochenende brachte kaum Beruhigung in Hollywood. Die Klage afroamerikanischer Darsteller, wonach die heurige 88. Oscar-Vergabe eine rein weiße sei, blieb aber bei der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" nicht ungehört.

In der Nacht auf Samstag erreichte die rund 6000 Mitglieder, die die Künstler für den begehrtesten Filmpreis nominieren, eine offizielle Nachricht ihrer Organisation. Darin wurden grundlegende Neuerungen mitgeteilt, die man 2016 umsetzen will. Die wesentlichste Veränderung betrifft die Dauer des Status, durch den ein Mitglied für den Oscar abstimmen kann. Sie greift aber nicht nur bei neuen, sondern auch bei alten Mitgliedern. Konkret: Wer seit zehn Jahren nicht mehr in der Filmbranche aktiv war, verliert das Recht zu wählen. Außer er oder sie hat einen Oscar gewonnen oder wurde mindestens dafür nominiert.

Ein kluger Schachzug, glaubt man an einen Zusammenhang zwischen dem "Alter" und "rassistischer und/oder frauenfeindlicher Gesinnung". Denn gerade ältere, weiße Männer sind in der Academy in der Mehrzahl. Damit soll der Plan aufgehen, bis 2020 doppelt so viele Frauen und Menschen verschiedenster kultureller Hintergründe in der Academy zu haben.

Ava DuVernay, Regisseurin des Martin-Luther-King-Films "Selma", kommentierte erfreut, aber trocken: "Scham ist ein einflussreicher Motivator." Realistisch bleibt Chaz Ebert, Journalistin und Witwe von Kritiker-Legende Roger Ebert. Die Industrie müsse nachziehen. Denn werden Künstler nicht der Vielfalt entsprechend engagiert, kann man sie auch nicht nominieren. (nb)

Kommentare anzeigen »
Artikel 25. Januar 2016 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Eine starke Alice im farbprächtigen Wunderland

Disneys Fortsetzung von "Alice im Wunderland" überrascht mit Tiefgang.

Das Jazzinstitut JIM der Bruckneruni stellt sich vor

Das JIM, das Institut für Jazz und Improvisierte Musik an der Anton Bruckner Privatuni feiert Geburtstag.

Magie der Klangfarben

Gäste aus Frankreich begeisterten im Brucknerhaus.

Sergej Redkin ist ein stiller Meister feiner Nuancen

Mit Sergej Redkin war wieder ein junger Künstler aus dem Haus der Musik St.

Der Linzer Architekt Laurids Ortner feierte gestern seinen 75er

Der Landeskulturpreisträger schuf einst die Nike-Plastik, die derzeit ihre Wiedergeburt beim Linzer ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!