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"Scham ist ein einflussreicher Motivator"

Als Reaktion auf die "weißen Oscars": Die Academy reformiert die Regeln für alte, inaktive Mitglieder.

"Scham ist ein einflussreicher Motivator"

Sagt, was sie denkt: Ava DuVernay Bild: Reuters

Das Wochenende brachte kaum Beruhigung in Hollywood. Die Klage afroamerikanischer Darsteller, wonach die heurige 88. Oscar-Vergabe eine rein weiße sei, blieb aber bei der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" nicht ungehört.

In der Nacht auf Samstag erreichte die rund 6000 Mitglieder, die die Künstler für den begehrtesten Filmpreis nominieren, eine offizielle Nachricht ihrer Organisation. Darin wurden grundlegende Neuerungen mitgeteilt, die man 2016 umsetzen will. Die wesentlichste Veränderung betrifft die Dauer des Status, durch den ein Mitglied für den Oscar abstimmen kann. Sie greift aber nicht nur bei neuen, sondern auch bei alten Mitgliedern. Konkret: Wer seit zehn Jahren nicht mehr in der Filmbranche aktiv war, verliert das Recht zu wählen. Außer er oder sie hat einen Oscar gewonnen oder wurde mindestens dafür nominiert.

Ein kluger Schachzug, glaubt man an einen Zusammenhang zwischen dem "Alter" und "rassistischer und/oder frauenfeindlicher Gesinnung". Denn gerade ältere, weiße Männer sind in der Academy in der Mehrzahl. Damit soll der Plan aufgehen, bis 2020 doppelt so viele Frauen und Menschen verschiedenster kultureller Hintergründe in der Academy zu haben.

Ava DuVernay, Regisseurin des Martin-Luther-King-Films "Selma", kommentierte erfreut, aber trocken: "Scham ist ein einflussreicher Motivator." Realistisch bleibt Chaz Ebert, Journalistin und Witwe von Kritiker-Legende Roger Ebert. Die Industrie müsse nachziehen. Denn werden Künstler nicht der Vielfalt entsprechend engagiert, kann man sie auch nicht nominieren. (nb)

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Artikel 25. Januar 2016 - 00:04 Uhr
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