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Oliver Stones Bewunderung für Putin: "Ihr Russen solltet stolz sein"

US-Regisseur Oliver Stone ("Der Fall Snowden") hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin interviewt und will ihm so "dem gewissermaßen zum Feind Erkorenen ein menschliches Gesicht" geben. Das Gespräch wird heute veröffentlicht. Eine typische Aktion des Regisseurs, der gerne Reibung verursacht.

US-Regisseur Oliver Stone Bild: rts

US-Regisseur Oliver Stone hat in einem Zeitungsinterview seiner Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin Ausdruck verliehen. "Ihr Russen solltet stolz darauf sein, dass euer Präsident so viel Aufmerksamkeit erzielt, während die Militärausgaben nur ein Zehntel der der Vereinigten Staaten ausmachen und die Wirtschaft ebenfalls nur ein Zehntel der unsrigen erreicht."

"Das ist ganz einfach unglaublich", sagte Stone der Zeitung "Rossiskaja Gaseta" in einem in Teilen am Sonntagabend veröffentlichten Interview. Das sei "Psychologie".

Putin übe eine "Art mentale Macht über die USA aus. Er schafft eine solche Hysterie, eine Paranoia", sagte der Regisseur. Das Gespräch soll am Montag in voller Länge veröffentlicht werden, die Auszüge wurden im Voraus online gestellt. Stone hatte zuvor vier Stunden lang mit Putin gesprochen. Das Interview wurde im US-Sender Showtime ab dem 12. Juni ausgestrahlt. Der "Rossiskaja Gaseta" sagte Stone nun, das Gespräch gebe Puer in den USA "gewissermaßen zum Feind erkoren" wurde "ein menschliches Gesicht". 

"Ich würde sagen, wenn Sie das westliche Bild von ihm als einem Schurken, einem schlechten Kerl und so weiter überwinden, dann kommen Sie zu einem realistischen Porträt eines Mannes, der ein Land führt und wirklich die Interessen Russlands im Grunde seines Herzen hat", sagte Stone kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. 

Das Interview und die Aussagen dazu sind typische Aktionen des Regisseurs, wie die OÖN zu seinem vergangenen Filmstart schrieben: "Arbeiten des dreifachen Oscar-Preisträgers irritieren, initiieren Debatten und stacheln die Meinungsmacher an."

Hier das vollständige Porträts des 70-Jährigen 

Das vierteilige Interview, das Stone bei rund einem Dutzend Begegnungen mit dem Präsidenten zwischen Juli 2015 und Februar 2017 führte, wurde im US-Kabelsender Showtime gezeigt.  

Stone sagte, dass er über seine Arbeiten an dem Film "Snowden" in Kontakt mit Putin gekommen sei. "Ich glaube, er kannte mein Werk und respektierte mich", sagte Stone. Über Edward Snowden, der in Russland Asyl genießt, sagte Putin, dass dieser nicht die Interessen seines Landes verraten habe.

Sie schauten zusammen "Dr. Seltsam" 

Stone schaute gemeinsam mit Putin auch einen Ausschnitt des Stanley-Kubrik-Films "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" über den Kalten Krieg und die nukleare Abschreckung. Putin sagte, dass niemand einen Atomkrieg überleben würde. "Er macht da keine Scherze - er meint es so. Der Westen scheint sich nicht im Klaren zu sein, dass (Russen) in ständiger Angst vor Krieg leben und dass sie ihn durchgemacht haben."

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Artikel OÖN 19. Juni 2017 - 09:21 Uhr
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