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Oberösterreichs Museumslandschaft wird neu geordnet

Landesgalerie soll ins Schlossmuseum übersiedeln, das Biologiezentrum wird Nachmieter.

Großer Umbruch: Oberösterreichs Museumslandschaft wird neu geordnet

Noch beherbergt das historische Gebäude in der Museumstraße 14 die Linzer Landesgalerie. Bild: Weihbold

"Alle Verantwortlichen im Landesmuseum müssen Kreativität aufbringen", forderte Landeshauptmann Thomas Stelzer kürzlich im Interview mit den OÖN – und kündigte Sparvorhaben an. Erste Eckpunkte einer geplanten Neustrukturierung sickerten jetzt durch. Es sind radikale Pläne, die die oberösterreichische Museums- und Galerienlandschaft komplett umkrempeln werden. In den betreffenden Häusern sowie in den sozialen Netzwerken wild kursierende Gerüchte, die Landesgalerie werde komplett geschlossen, sind allerdings haltlos. "Nein. Das wird auf keinen Fall passieren", sagte der ÖVP-Landeshauptmann auf eine entsprechende Anfrage.

Geplant ist laut OÖN-Informationen vielmehr Folgendes: Die Landesgalerie Linz übersiedelt ins Schlossmuseum und wird mit diesem – noch stärker als bisher – verschränkt. Angedacht ist, die Landesgalerie-Bestände mit jenen des "Lentos Kunstmuseums" zusammenzulegen. Insbesondere die fotografische Sammlung der Landesgalerie soll dabei für das Lentos von großem Interesse sein.

Biologiezentrum übersiedelt

Vor gravierenden Umwälzungen steht auch das derzeit noch in Dornach beheimatete Biologiezentrum. Dieses kämpft seit längerem mit niedrigen Besucherzahlen und dem nur wenig günstigen Standort an der Peripherie der Landeshauptstadt. Der Plan ist: Das Biologiezentrum übersiedelt von der Johann-Wilhelm-Klein-Straße in das derzeit von der Landesgalerie benutzte Gebäude in der Museumstraße. Der deutlich zentralere Standort soll mehr Aufmerksamkeit und damit ein größeres Besuchervolumen generieren, so die Überlegung. Geplant ist überdies eine inhaltliche Ankopplung an die Johannes Kepler Universität. Das Biologiezentrum soll in Zukunft sehr eng mit den naturwissenschaftlichen Fachrichtungen der JKU verknüpft werden. Das Ziel des Ganzen? Eine Art oberösterreichisches "Haus der Natur", in dem nach Salzburger Vorbild sämtliche Tätigkeiten im naturwissenschaftlichen Bereich im Bundesland gebündelt werden können. Das Gebäude, in dem das Biologiezentrum derzeit angesiedelt ist, wird im Gegenzug verkauft.

Die geplanten Umstrukturierungen wollte Walter Putschögl, Kaufmännischer Direktor des Landesmuseums, gegenüber den OÖN nicht kommentieren: "Kein Kommentar. Dazu sage ich nichts." Seine Kollegin, die wissenschaftliche Leiterin Gerda Ridler, weilt derzeit auf Urlaub und war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar. (ll/att/hw)

Gegenwartskunst, Kulturgeschichte und Naturwissenschaft

 

Die 1854 gegründete Landesgalerie übersiedelte 1895 in das damals neue „Francisco-Carolinum“ in der Linzer Museumstraße. Dort befinden sich auch Direktion, Verwaltung, Bibliothek und Grafische Sammlung des OÖ. Landesmuseums. Die Landesgalerie beherbergt Kunst von 1900 bis zur Gegenwart, das Inventar umfasst rund 2000 Gemälde, Skulpturen und Installationen. Die Grafische Sammlung zählt rund 15.000 Grafiken und Fotografien. Für die große Sammlung an Werken Alfred Kubins gibt es das Kubin-Kabinett, das im vergangenen April neu gestaltet wiedereröffnet wurde. Die Ausstellungen in der Landesgalerie reichen von Präsentationen einzelner Künstler bis zu thematischen Projekten, der Schwerpunkt liegt auf Werken mit Bezug zu Oberösterreich.

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1946 wurde die Neue Galerie der Stadt Linz auf Basis von 120 Kunstwerken des Privatsammlers Wolfgang Gurlitt gegründet. Ab 1979 war die Galerie im Lentia 2000 untergebracht. Seit 2003 besteht das Lentos Kunstmuseum Linz mit 2700 Quadratmetern Ausstellungsfläche an der Donau. Es gehört zu den wichtigsten Museen moderner und zeitgenössischer Kunst in Österreich. 2015 erwarb die Stadt Linz den Vorlass der in Linz geborenen Künstlerin Valie Export, deren Archiv wird in die Sammlung des Lentos eingebracht – die größte Erweiterung seit Ankauf der Sammlung Gurlitt.

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Seit 1966 besteht das Schlossmuseum als Museum für die Kulturgeschichte des Landes. Im Kulturhauptstadtjahr 2009 wurde der neuerrichtete Südtrakt eröffnet. Sonderausstellungen zu aktuellen regionalen und internationalen Themen ergänzen die Dauerausstellungen, die auf über 10.000 Quadratmetern die Natur- und Kulturgeschichte Oberösterreichs vermitteln.

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Die naturwissenschaftliche Sammlung des Landesmuseums ist seit 1993 im Biologiezentrum in Linz-Dornach untergebracht. Dort wird geforscht und Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt, über Gesteine und Mineralien vermittelt. Pro Jahr finden ein bis zwei Ausstellungen zu naturwissenschaftlichen Themen statt. Alle zwei Jahre präsentiert das Biologiezentrum eine große Ausstellung im Südtrakt des Schlossmuseums.

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Zum oberösterreichischen Landesmuseum gehören außerdem: die Zoll- und finanzgeschichtliche Sammlung Linz, die Waffensammlung Schloss Ebelsberg, das Freilichtmuseum Sumerauerhof Sankt Florian, die Anton-Bruckner-Gedenkstätte Ansfelden, das Kubin-Haus Zwickledt, das Photomuseum im Marmorschlössl Bad Ischl, das Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt und das OÖ. Schifffahrtsmuseum Grein. (hw)

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Artikel 20. September 2017 - 00:05 Uhr
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