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Lotte Hass gestorben: Die Frau, die Tauchgeschichte schrieb

WIEN. Die Witwe des Unterwasser-Pioniers Hans Hass wurde 86 Jahre alt, ORF III ändert sein Programm in memoriam Lotte Hass.

Lotte Hass gestorben: Die Frau, die Tauchgeschichte schrieb

Lotte und Hans Hass Bild: APA

Lotte Hass, die Witwe des Unterwasserpioniers und Meeresforschers Hans Hass (1919–2013), ist am 14. Jänner im Alter von 86 Jahren in Wien gestorben. Das gab ihre Familie bekannt. Lotte Hass hat an den Unterwasserexpeditionen ihres Mannes teilgenommen, in dessen Filmen mitgewirkt und als erste Frau, die autonome Tauchgeräte verwendete, selbst Tauchgeschichte geschrieben.

Hans Hass war Österreichs Parade-Unterwasserforscher und einer der letzten großen Naturforscher des vergangenen Jahrhunderts. In der Nachkriegszeit brachte er einem breiten Publikum mit Filmen wie "Abenteuer im Roten Meer" (1951) die Meeres- und Unterwasserwelt näher und eröffnete damit ein völlig unbekanntes Universum. Mit seinen Büchern, Filmen und Vorträgen – er publizierte 32 Bücher und produzierte 73 Filme – wurde er zu einer Legende.

Spektakuläre Filmszenen

Von Anfang an mit dabei war Lotte Baierl, die sich 1947 als Sekretärin bei ihrem späteren Mann beworben hatte. Sie lernte schnell den Umgang mit Unterwasserkameras und Tauchgeräten und spielte in den Filmen von Hans Hass mit, etwa im vielfach ausgezeichneten Streifen "Abenteuer im Roten Meer".

"Gegen vielerlei Widerstände öffnete Lotte Hass zunächst als Unterwasser-Fotomodell und dann als Unterwasser-Fotografin allen Frauen den Weg in den Tauchsport sowohl in sportlicher als auch in beruflicher Hinsicht", heißt es in einem Nachruf. Damit habe sie internationale Tauchgeschichte geschrieben. Spektakuläre Filmszenen, in denen sie furchtlos gemeinsam mit Haien tauchend zu sehen war, ließen die Kinofilme ihres Ehemannes, mit dem sie über 62 Jahre verheiratet war, zu Kassenschlagern werden.

Ihre Teilnahme an den Unterwasserexpeditionen Hans Hass’ habe aber sicher auch "viele Frauen ihrer Zeit ermutigt, es ihr gleichzutun, von der Gesellschaft gesetzte Grenzen zu ignorieren und ihren Traum zu verwirklichen – wie und wo auch immer", sagte ihre Tochter, Meta Raunig-Hass, der Austria Presse Agentur. Lotte Hass’ Lebenswerk wurde durch die ZDF-ORF-Verfilmung ihrer 1970 veröffentlichten Biografie "Das Mädchen auf dem Meeresgrund" aus dem Jahr 2011 mit Yvonne Catterfeld in der Hauptrolle nochmals einem breiten Publikum bekannt. Auch wenn Hans Hass immer Expeditionsleiter gewesen sei, habe Lotte Hass wesentlichen Anteil an den gemeinsamen Erfolgen gehabt und das Team "Hans und Lotte" eine "wunderbare Symbiose" gebildet, so Raunig-Hass.

Am Donnerstag, 20.15 Uhr, zeigt ORF III in memoriam Lotte Hass die Dokumentation "Hans und Lotte Hass – Entdecker der Meere", am Freitag ist ebenfalls um 20.15 Uhr "Das Mädchen auf dem Meeresgrund" zu sehen.

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Artikel 21. Januar 2015 - 00:04 Uhr
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