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Linzer Musiktheater knüpft sich ein internationales Netzwerk

Künstlerische Koproduktionen mit Lyon, Bonn, Nizza und Erfurt steigern die Qualität und senken die Kosten.

Das Linzer Musiktheater knüpft sich ein internationales Netzwerk

Stephan Suschke Bild: Weihbold

Über den Belgier Serge Dorny staunt die Opernwelt. Der Intendant des Opernhauses Lyon (1100 Plätze) hat den Altersdurchschnitt seines Publikums auf sagenhafte 47 Jahre reduziert, die Besucherauslastung beträgt 95 Prozent, ein Fünftel seiner Opernfans ist unter 28. Weil man von so einem Mann lernen kann, ist es ein Glücksfall, dass sich Dorny das Linzer Musiktheater als einen seiner wichtigsten Partner ausgesucht hat. Dass es dazu kam, liegt an den künstlerischen Meriten des Linzer Intendanten Hermann Schneider und seines Schauspiel-Chefs Stephan Suschke. Zwei Koproduktionen mit Lyon werden 2018 im Haus am Volksgarten zu erleben sein: Héctor Berlioz’ "La Damnation de Faust" ab 3. Februar und Heiner Müllers (1929-1995) legendäre Inszenierung von Richard Wagners "Tristan und Isolde" aus Bayreuth von 1993, die am 15. September Linz-Premiere hat (Karten ab Montag, www.landestheater-linz.at). Morgen kommt das Werk in Lyon über die Rampe.

Suschke, jahrelang engster Mitarbeiter Müllers, stellte die Inszenierung samt Bühnenbild von Erich Wonder und Yohji Yamamotos in Bayreuth nachgeschneiderten Kostümen wieder her. Sie ist Teil von Dornys Festival "Mémoires", das bis 6. April ein Wiedersehen mit Aufführungen ermöglicht, die vergangene Jahrzehnte geprägt haben. Zwei Drittel der Produktionskosten übernimmt Lyon, ein Drittel das Linzer Musiktheater, das damit höchste Qualität zum vernünftigen Preis gewährleistet und international ins Gespräch kommt. Vernetzungskünstler Schneider hat obendrein das Musical "Hairspray" (ab 15. September 2017 in Linz) und Othmar Schöcks Oper "Penthesilea" (Spielzeit 2018/19) zusammen mit dem Theater Bonn ausgeheckt. Bonn beteiligt sich wie die Oper Nizza auch an Benjamin Brittens "Death in Venice" (ab 19. Mai 2018). Zusammen mit Nizza und dem Theater Erfurt wird Linz Luigi Cherubinis "Medea" im Mai 2019 auf die Bühne bringen.

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Artikel Peter Grubmüller aus Lyon 17. März 2017 - 00:04 Uhr
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