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Kritik an Werbepreis für "Frau Gertrude"

WIEN. Das Facebook-Video der Holocaust-Überlebenden "Frau Gertrude" ist am Donnerstag vom Creativ Club Austria (CCA) als beste Werbung des Jahres ausgezeichnet worden, was am Freitag Kritik auslöste.

Die 89-jährige Gertrude warnt vor der Wahlkampf-Rhetorik der FPÖ und ergreift das Wort für den Ex-Grünen-Chef - mit über 3,2 Millionen Klicks wird das Video zum viralen Hit. Bild: facebook.com

Die Videobotschaft prägte 2016 das Finale des Bundespräsidentenwahlkampfs entscheidend mit. Vom Team von Alexander Van der Bellenhieß es damals, Frau Gertrude sei von sich aus auf sie zugekommen.

Nun wurde die Werbeagentur Jung von Matt Donau für die Arbeit "Frau Gertrude" aus der Van-der-Bellen-Kampagne mit dem Hauptpreis des CCA-Jury, dem Grand Prix, ausgezeichnet. Der Verein "Gemeinsam für Van der Bellen" wurde Kunde des Jahres. Jung von Matt holte mit "Frau Gertrude" zusätzlich Gold in den Kategorien Direct & Dialog Digital und Social Media. Bei der Preisverleihung war Van der Bellen persönlich anwesend, er würdigte die Arbeit der Kreativbranche.

Der zuständige Werber Martin Radjaby verteidigte die Einreichung, sagte im "Kurier" (Onlineausgabe) aber, er könne die Kritik nachvollziehen. Er verwies darauf, dass die Politik ein Kommunikationsgeschäft sei. Aber: "Als 'Arbeit' würde ich das Statement nicht verstanden wissen wollen", wird Radjaby zitiert.

Aus dem damaligen Wahlbüro Van der Bellens hieß es am Freitag zur APA: "Frau Gertrude ist auf das Wahlkampfteam zugekommen, und ihr berührendes Statement wurde vom Team aufgezeichnet. In der Agentur wurde entschieden, wie man mit diesem Statement kommunikativ umgeht." Der Vorwurf der Inszenierung wurde zurückgewiesen.

Van der Bellen hatte das Video, in dem Gertrude vor der FPÖ und deren Kandidaten Norbert Hofer warnte, Ende November gepostet und geschrieben "Gertrude, 89 und aus Wien, hat uns ersucht, dieses Video-Statement zu veröffentlichen". In der Folge wurde das Video auf Facebook mehr als dreieinhalb Millionen Mal angesehen und stieß auch international auf große Resonanz.

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Artikel nachrichten.at/apa 21. April 2017 - 19:43 Uhr
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