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Können Menschen Roboter lieben – und umgekehrt?

Ars Electronica Festival: Von 7. bis 11. September steht Linz während 500 Veranstaltungen im Zeichen der Künstlichen Intelligenz.

Können Menschen Roboter lieben – und umgekehrt?

Wenn Träume in Form von Bildern zu einem Museum werden. Bild:

Bob und Alice stecken in harten Verhandlungen. Alice will den Ball und Bob den Hut und ein Buch. Vermutlich. Weil ganz sicher sind sich die Wissenschafter auch nicht.

Bob und Alice, zwei von Facebook geschaffene künstliche Intelligenzen, haben während ihrer Tauschgeschäfte um imaginäre Bälle, Hüte und Bücher die englische Sprache verlassen und eigene, für Menschen unverständliche Codes erschaffen. Auf deren Basis verhandeln sie weiter. "Weil es zu langsam war", antwortet Bob auf die Frage, warum er das getan hat. Das Experiment, das Ende Juli an die Öffentlichkeit kam, wurde abgebrochen. Es gilt dennoch als Erfolg, weil Alice und Bob eine Sprache erfunden haben, um ihre Anstrengungen zu minimieren.

Pöstlingberg bis Hauptbahnhof

Das autonome Gebaren von Künstlichen Intelligenzen ist es, das in unseren Köpfen Apokalypsen zum Blühen bringt. In mehr als 500 Veranstaltungen wird das Linzer Ars Electronica Festival von 7. bis 11. September zusammen mit mehr als 1000 Künstlern, Wissenschaftern, Hackern das große Thema "AI (Artificial Intelligence) – Das Andere Ich" darstellen und erörtern. Die Festival-Meile reicht von der Bruckneruni auf dem Pöstlingberg bis zur Postcity (dem ehemaligen Post-Logistikzentrum) beim Linzer Hauptbahnhof. "Wenn sich der Mensch vor Künstlicher Intelligenz fürchtet, dann fürchtet er sich im Wesentlichen vor sich selbst", sagt der künstlerische Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker.

Können Menschen Roboter lieben – und umgekehrt?

Ein Brain-Computer, der Kuscheltiere steuert.

Die globale Bedeutung der Ars Electronica offenbart sich, wenn man weiß, dass 15 Universitäten aus aller Welt auf eigene Kosten anreisen, um ihren Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu präsentieren. Die UCLA (University of California, Los Angeles) rückt alleine mit 22 Arbeiten an (Linzer Kunstuni, Hauptplatz).

Es steigt obendrein ein "Hackathon", bei dem mehr als 100 Hacker 24 Stunden Zeit haben, an einem Brain-Computer zu feilen, der Drohnen, Roboter und Orthesen per Gedanken steuern kann. Bei dem neuen Format "Future in a Nutshell" werden die zehn wichtigsten Technologietrends der kommenden zehn Jahre (von Bitcoins bis zu autonomen Autos) einfach erklärt (11. 9., Postcity).

Können Menschen Roboter lieben – und umgekehrt?

Der 3D-Ausdruck einer Hand, angereichert mit menschlichen Stammzellen

Unter dem Titel "Artificial Intimacy" (Postcity) geht das Festival unter anderem mit weiblichen und männlichen Sexpuppen, dem "Internet Kiss Messenger" und einer Pornografie lernenden Maschine der Frage nach, ob Menschen Roboter und Roboter Menschen lieben können.

Das Linzer Kolletkiv "Time’s Up" verwandelt das Untergeschoß des Kunstmuseum Lentos zum Hafenviertel der Küstenstadt Turnton, die sich im Jahr 2047 mit einer ökologischen Katastrophe konfrontiert sieht.

Bei der großen Konzertnacht (10. 9., Postcity, Gleishalle) debütiert Markus Poschner als Chef des Bruckner Orchesters. Zu Bruckners 8. Sinfonie bewegen sich die Zuhörer frei. Auf der einen Seite spielt das Orchester, auf der anderen ein vom herausragenden Gitarristen Nguyen Le angeführtes Quartett. Tags darauf wird Pianistin Maki Nekawa ebenfalls in der Postcity 20 Etüden von Philip Glass interpretieren. Mit eigenen Händen, geführt von ihrer Intelligenz.

Ars Electronica Festival, 7.–11. September, Linz, Festival-Info: www.aec.at

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Artikel Peter Grubmüller 31. August 2017 - 00:04 Uhr
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