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Kartellwächter erschweren die Übernahme von Time Warner

Für das 85-Milliarden-Geschäft des Mobilfunkriesen AT&T verlangt die Behörde, dass der Nachrichtender CNN verkauft wird.

Kartellwächter erschweren die Übernahme von Time Warner

Trump und CNN – das wird keine Freundschaft mehr. Bild: APA/AFP

Die milliardenschwere Übernahme des amerikanischen Medienkonzerns Time Warner durch den Mobilfunkriesen AT&T trifft bei den Wettbewerbshütern des amerikanischen Justizministeriums auf großen Widerstand. "Wir befinden uns in laufenden Verhandlungen", räumte AT&T-Finanzchef John Stephens ein. Zum Inhalt der Diskussionen könne er sich nicht äußern, doch der Zeitpunkt für den Abschluss des Deals sei "nun ungewiss".

Eigentlich sollte die Übernahme bis Ende 2017 über die Bühne sein. Ursprünglich hatten AT&T und Time Warner das über 85 Milliarden Dollar (73 Milliarden Euro) teure Geschäft schon im Oktober 2016 angekündigt.

Das Justizministerium wolle den Deal aber nur unter der Auflage genehmigen, dass Time Warner sich von seinem Nachrichten-Flaggschiff CNN trennt, meldete die Zeitung "Financial Times" unter Berufung auf drei Insider.

Dem Ministerium gehe es nicht nur um CNN, sondern um die geballte Konzentration der Medienmacht, wie etwa um Time Warners gesamte Kabelsparte. Demnach solle der Konzern sich entweder von Turner Broadcasting, zu dem unter anderem auch CNN und Cartoon Network gehören, oder von DirecTV (schon jetzt in Besitz von AT&T) verabschieden. AT&T-Chef Randall Stephenson: "Ich bin auf keinen Fall bereit, für eine Genehmigung der Behörden den Sender CNN zu verkaufen."

AT&T droht mit Gerichtsprozess

Bislang habe sich AT&T noch nie zu den Gesprächen mit dem Justizministerium geäußert, doch nun sei es wichtig, in der Sache Klarheit herzustellen: Sollte man keine Einigung bei den Verhandlungen erzielen, werde AT&T den juristischen Weg einschlagen. Eine Fusion würde keine Rivalen vom Markt verdrängen, verteidigte er die Pläne für den Zusammenschluss. Das Justizministerium befürchtet Insidern zufolge, dass Konkurrenten nach einer Fusion höhere Kosten für Inhalte zahlen müssten. Zudem könnte ein Deal Innovationen blockieren. Die Sache bleibt dennoch heikel, weil Donald Trump schon im Wahlkampf angekündigt hatte, unter seiner Präsidentschaft werde das Justizministerium das Geschäft blockieren.

Zusätzlich heikel ist die Sache, weil sich US-Präsident Donald Trump von CNN unfair behandelt fühlt. Er hatte im Wahlkampf angekündigt, unter seiner Präsidentschaft werde das Justizministerium das Geschäft blockieren. Er befürchtet eine zu große Machtfülle für AT&T – eine Kritik, die auch einige Konsumentenschützer vorbringen.

AT&T will sich mit der Übernahme unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Rivalen wie die Telekom-Tochter T-Mobile US und Sprint Druck ausüben.

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Artikel 11. November 2017 - 00:04 Uhr
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