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Intensiv und energiegeladen bis aufs Äußerste

OÖ. Stiftskonzerte: Die Französin Lise de la Salle sprang gestern für Till Fellner ein und begeisterte.

Intensiv und energiegeladen bis aufs Äußerste

Lise de la Salle Bild: Katzböck

Aus gesundheitlichen Gründen musste Till Fellner sein Klavierrecital absagen; die junge französische Pianistin Lise de la Salle übernahm kurzfristig. Höchst intensiv, energiegeladen bis aufs Äußerste und glänzend konzertant interpretierte sie ein imposantes Programm. Man nahm Lise de la Salle in Busonis Transkription der "Chaconne" aus Bachs Violinpartita als Meisterin für die große Architektur wahr. Zeigte sie hier ein barockes Stück in spätromantischer Erweiterung, so griff sie dazu passend mit Brahms’ "Variationen und Fuge über ein Thema von Georg Friedrich Händel" nach einem Werk, das ebenso eine Brücke zur Vergangenheit schlägt, nun aber die Phantastik eines Johannes Brahms offenbart.

Orchestrale Akkordtürme, sanfte Weichheit, wiegende Gesangspassagen, leiseste Töne in Schwebe und explosive Kaskaden holte die Pianistin aus dem Instrument. Mit hoher geistiger Kraft erschuf sie sich den Raum für die finale Kontrapunktik, stürmische Leidenschaft und abstraktes Regelwerk fanden so eine Balance von seltener Qualität. Zwischen diese Monumente setzte Lise de la Salle Beethovens Sonate C-Dur op. 2 Nr. 3. Das Joseph Haydn gewidmete Stück trägt Beethovens Huldigung des Meisters in sich, aber auch das Erobern neuen pianistischen Terrains. Bei immerwährender Leichtigkeit und mit den nötigen Ecken und Kanten brachte Lise de la Salle Beethovens Bravour, seine ungestüme Spielfreude, aber auch Momente innerer Zerklüftung und Sehnsucht dar.

OÖ. Stiftskonzert: Lise de la Salle, Stift Kremsmünster, Kaisersaal, 18. 6.,

OÖN Bewertung:

 

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Artikel Karin Wagner 19. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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