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"Ich will mit Büchern glücklich machen"

Linzer Buchhandlung Alex wurde mit erstem Österreichischen Buchhandlungspreis geehrt.

"Ich will mit Büchern glücklich machen"

Bücher bestimmen Alex Stelzers Berufsleben und seine Freizeit. Bild: jule

"Maximal drei Fragen": Mehr braucht Alex Stelzer nicht, um einem seiner Kunden ein passendes Buch zu empfehlen. "Nach 40 Jahren im Buchhandel hat man eine gute Menschenkenntnis, das hat fast ein bisschen was von einem Seelendoktor", sagt der 57-Jährige: "Ich will Menschen mit Büchern glücklich machen."

Die ausführliche Beratung durch ihn und seine vier Mitarbeiterinnen ist einer der Gründe, warum seine Buchhandlung Alex am Linzer Hauptplatz so beliebt ist. Auch in der Jurybegründung beim Österreichischen Buchhandlungspreis wurde Stelzers persönliche Initiative gelobt: "Wie jeder gute Freund verrät Alex Stelzer einem auch, wenn man zum seiner Ansicht nach ,falschen‘ Buch greift."

Analog in digitaler Welt

Der Preis macht Stelzer "ganz stolz, fast ein bisserl demütig. Weil das eine Bestätigung der Arbeit der letzten drei Jahrzehnte ist, ein Zeichen, dass der Weg ein richtiger war, und gleichzeitig auch eine Motivation für die nächste Zukunft für mich."

Mit dem analogen Produkt Buch in einer digitalen Welt zu überleben, sei in den vergangenen Jahren zur Herausforderung geworden. Selbst hat Stelzer zwar einen E-Reader bei sich zu Hause herumliegen, in Verwendung hat er ihn allerdings nicht: "Ich brauch das Haptische eines Buches, und auf dem E-Reader weiß ich oft gar nicht, welches Buch ich lese."

Er bemerkt, dass die Verlage auf die geänderten Gewohnheiten der Leser reagieren – die gedruckten Bücher würden immer schöner, immer aufwändiger gestaltet, um sicherzustellen, dass sie genügend Käufer ansprechen.

Zwischen illegalen Gratisangeboten im Internet und dem allgegenwärtigen E-Book versucht Stelzer seine Buchhandlung wie ein Programmkino aufzubauen. "Wir wollen das besonders machen, mit Herzblut. Die Beratung muss der Mittelpunkt sein. Außerdem versuchen wir schon im Vorfeld aus der Masse der Bücher ein möglichst rundes Programm zu schaffen."

Ein Programm, das dem Kunden dann auch vermittelt werden soll. "Meine Idee war immer, bestimmte Bücher besonders zu fördern und ihnen eine Plattform zu geben." Denn ob ein Buch Erfolg hat oder nicht, entscheidet sich in immer kürzeren Zeitspannen. "Oft muss man Titel nach drei Wochen schon wieder wegräumen", sagt Stelzer.

 

Buchhandlungspreis

Zum ersten Mal wurde gestern der österreichische Buchhandlungspreis verliehen. Insgesamt 50.000 Euro Preisgeld wurden zwischen der Linzer Buchhandlung Alex, der Buchhandlung Plautz in Gleisdorf, Liber Wiederin in Innsbruck sowie der Wiener Buchhandlungen Hartliebs Bücher und Leporello aufgeteilt.

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Artikel Julia Evers 06. April 2017 - 00:04 Uhr
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