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Höchste Serenadenkultur im Schloss Mondsee

Musiktage Mondsee: Furiose Bläserserenade zum Auftakt, die das begeisterte Publikum zurück in frühere Jahrhunderte entführte.

Höchste Serenadenkultur im Schloss Mondsee

Serenadenmusik zwischen Romantik und Sinnlichkeit gab’s zum Auftakt der Musiktage Mondsee. Bild: Pleschberger/privat

Die hochsommerlichen Temperaturen wirkten zwar auch im Saal, aber die spür- und hörbare Spielfreude der Musiker litt darunter nicht. Eine in jeder Hinsicht gelungene Bläserserenade im Schloss gab am Freitag den Auftakt zu den "Musiktagen Mondsee".

Serenaden, das waren in jenem Wien, das Wolfgang Amadeus Mozart nach seiner Übersiedlung aus Salzburg musikalisch bereicherte, Freiluftmusiken, die man vor dem Haus einer zu ehrenden Person darbot, meistens zu deren Namenstag. Noch im Übersiedlungsjahr 1781 schrieb Mozart zu solch einem Anlass die Serenade in Es-Dur für zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte (KV 375). Die Ecksätze sind ein festliches Allegro maestoso und ein heiter-kurzweiliges Rondo. Dazwischen erklingen zwei Menuette und ein Adagio, das durch das einfühlsame Wechselspiel von Oboen (Christiane Dimigen, Ines Galler) und Klarinetten (Gerald Pachinger, Elisabeth Juen) bezaubert.

Der programmatische Schwerpunkt der "Musiktage Mondsee" wird in diesem Jahr durch Antonín Dvorák geprägt, für den man das kleine Jubiläum des 175. Geburtstags feiert. In Mondsee bemüht man sich aber nicht nur um die musikalische Ahnenverehrung, sondern auch um den Brückenschlag zur Gegenwart. Composer-in-residence ist daher in diesem Jahr die tschechische Komponistin Ivana Loudová. Loudovás einsätziges Bläserstück "Don Giovanni’s Dream. Fantasie für Oboe, Englischhorn, zwei Klarinetten, zwei Hörner und zwei Fagotte" nimmt zwar thematisch auf den Komponisten des "Don Giovanni" Bezug, musikalisch eher nicht.

Fröhliche Sinnlichkeit

Unabhängig davon handelt es sich um ein spannungs- wie kontrastreiches Werk, das von der Oboe (souverän: Ines Galler) dominiert wird. Nach der Pause bekam Dvorák die ihm gebührende Aufmerksamkeit. Die im Programmheft geäußerte Einschätzung, Antonín Dvorák habe als einer der letzten Komponisten des 19. Jahrhunderts noch den Graben zwischen ernster und unterhaltender Musik überbrückt, wird von seiner viersätzigen Serenade d-Moll Opus 44 bestätigt: große romantische Musiktradition des 19. Jahrhunderts, verwoben mit der fröhlichen Sinnlichkeit böhmischer Volksmusik. Allein die Besetzung hinterlässt einen humorvoll-ironischen Eindruck. Zu den zwei Hörnern (Eric Kushner, Michael Stückler) gesellt sich ein drittes (Milena Viotti), zu den beiden Fagotten (Richard Galler, Clemens Böhm) ein Kontrafagott (Sophie Breit). Die tiefen Stimmen werden zusätzlich durch Kontrabass (Ulrich Wolff) und Violoncello (Andreas Arndt) mit Streicherklang bereichert.

Perfekt aufeinander abgestimmt und interpretatorisch überzeugend führten sie diesen in jeder Hinsicht inspirierten Abend mit Dvoráks furiosem Finale (Allegro molto) zu einem beglückenden Ende: Bravorufe und Getrampel eines begeisterten Publikums, das sich fühlte wie die Namenstagskinder früherer Jahrhunderte, die durch abendliche Serenaden beglückwünscht worden sind.

Auftakt Musiktage Mondsee: Bläserserenade, Schloss Mondsee, 26. August

OÖN Bewertung:

 

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Artikel Christian Schacherreiter 29. August 2016 - 00:04 Uhr
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