Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A

 
Dienstag, 18. Juni 2013, 07:38 Uhr Linz  20°C ·  Eferding  19°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Kultur

Fotomontage über Syrien-Krieg in der „Kronen Zeitung“

Der Medienrat des Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) ruft zu Besonnenheit bei der Berichterstattung über den Bürgerkrieg in Syrien auf. „Keinesfalls dürfen Tatsachen und Fotos manipuliert werden“, hieß es in einer Aussendung des ÖJC.

Hintergrund des Appells ist eine Fotomontage in der „Kronen Zeitung“ vom vergangenen Samstag. Zur Schlagzeile „Assads Armee rollt mit Panzern zur ,Mutter aller Schlachten’“ war dort ein flüchtendes Paar mit Baby zu sehen, das via Fotoshop in eine völlig zerstörte Häuserschlucht in Aleppo montiert worden war. In Wirklichkeit wurde das Foto der flüchtenden syrischen Familie, das am Samstag unverfälscht auch in einer Reihe anderer heimischer Tageszeitungen abgebildet wurde, vor weniger spektakulärem Hintergrund in der Nähe von Aleppo aufgenommen.

Dichand entschuldigt sich

Das Bild stammte von der European Pressphoto Agency (epa). Der dramatisierende Hintergrund in der „Krone“ dürfte laut Foto-Credit von der Bildagentur AFP gekommen sein. Ein Hinweis, dass es sich um eine Fotomontage gehandelt hat, fehlte. Die Verfälschung von Fotoinhalten verstoße gegen den Österreichischen Journalistenkodex und sei daher nicht statthaft, stellte der Journalisten Club dazu fest.

Die „Kronen Zeitung“ bedauerte gestern „Versäumnisse“ rund um diese umstrittene Veröffentlichung. „Während wir die Copyrights beider Fotos korrekt angegeben haben, fehlte leider der Hinweis darauf, dass es sich eben um das journalistische Stilmittel einer Fotomontage handelt. Wir entschuldigen uns für dieses Versäumnis“, schrieb „Krone“-Chefredakteur Christoph Dichand in der gestrigen Ausgabe.

Der US-Technologie-Blog Gizmodo und etliche Facebook-Seiten hatten die Bildverfremdung ebenfalls kritisiert, auch deutsche Medien wie die Süddeutsche Zeitung recherchierten in der Sache.

1
Fotomontage ist kein "journalistisches Stilmittel" · von heckler (1) · 01.08.2012 09:39 Uhr

sondern ein unethisches No-Go lieber Herr Christoph Dichand

(0)
2
Hintergründig ....... · von donauwasser (148) · 31.07.2012 05:52 Uhr

Als wenn es auf den Hintergrund ankommen würde! Hier ist eine Familie auf der Flucht und nur um das geht es. Ist das nicht schlimm genug? Es werden wieder einmal in einer arabischen Diktatur Menschen abgeschlachtet, weil ein Dispot nicht zuruecktreten will und die restliche Welt zögert noch immer, hier auch militärisch was zu tun.

Entschuldigen schon, die Damen und Herren Redakteure alle Printmedien und Zensoren aller posting-Foren, ob dieser schrecklichen Tatsachen, die in Syrien im Vordergrund real passieren, ist mir persönlich der Hintergrund wirklich mehr als wurscht.......

(0)
3
..., stimmt nicht ganz, donauwasser, US-Präsident · von tja (1583) · 02.08.2012 20:49 Uhr

hat die CIA wirksam werden lassen und dazu einen zweistelligen Mio.-$ Betrag dafür freigeben. Der Betrag wird vom Weißen Haus zugegeben, daß Waffen und (natürlich arabischstämmige) Instruktoren im Land sind, wird dagegen entschieden bestritten!

Das Problem des Abschlachtens der Bevölkerung war absehbar und nicht zu verhindern, als Assad Kinder, die sowas wie Freiheit auf Wände sprayten sofort und schonungslos hinrichten ließ. Daran war ablesbar, daß er mit einer Verhandlungslösung nichts im Sinn hatte.

Annan, ein an sich guter UN_Generalsekretär, hätte das im Kopf haben müssen, als er sich auf seinen Syrien-Trip eingelassen hatte. Jetzt ist ein hoffentlich, hoffentlich kurzer Abnutzungskrieg (das kann man sich gar nicht oft genug wünschen!) im gange und Mr. Annan beschädigt.

(0)
Artikel 31. Juli 2012 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Fotomontage über Syrien-Krieg in der „Kronen Zeitung“

»Krone«-Fälschung (li.) und Original   Bild: APA

Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1? : 


Meistgelesene Artikel   mehr »