"Wir sind auf dem Weg zu einem börsennotierten Unternehmen, grauenhaft", sagte Oberender im "Standard".
Wenn die laufenden Förderungen nicht einmal der Inflation angepasst würden, müssten die Kosten aus dem Betrieb heraus gespart oder durch Sponsoren ausgeglichen werden. "Ich bin bereits sehr talentiert, Koproduktionsverträge und Gagen auszuverhandeln, aber irgendwann ist Schluss. Die Strategie sollte sein, dass wir auch bei der Oper die Exklusivität aufgeben und mehr Koproduktionen zeigen", meinte der Deutsche, der noch eine Saison in Salzburg bleibt.
"Produzieren keine Autos"
Würden die Sponsoren ins Schaufenster gestellt, die ihre kapitalistischen Interessen verfolgen, ändere das den Charakter der Festspiele hin Richtung börsennotiertes Unternehmen. "Eigentlich produzieren wir doch Schönheit, Bedeutung, Sinn, Freude, aber keine Autos." Aber die Politik verschließe die Augen. "Die Festspiele produzieren jedes Jahr eine enorme kulturelle Repräsentanz, einen atemberaubenden Glamour. Das ist alles nur noch hysterisch."
Zum Vorwurf, dass es heuer im Schauspiel keine Eigenproduktionen gab, merkte Oberender an, dass eine solche für ihn kein Wert an sich sei. Selbstkritisch bilanzierte der Schauspielchef, dass für das Young Directors Project heuer Regisseure und nicht Projekte eingeladen wurden und daher manche Aufführungen nicht so geglückt waren.
Die Pläne für seine letzte Saison in Salzburg deutete er im Interview nur vage an: "Ich werde zwei Uraufführungen machen und einen großen Klassiker zeigen - in einem überraschenden Format. Und dann ein Stück, das für eine bestimmte Schauspielerkonstellation erfunden wurde - mit einem älteren Schauspieler, der lange nicht zu Gast war, und einem jüngeren, die ein gutes Paar ergeben."
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