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Emotional packendes David Trio  

Das Oö. David-Trio setzte ein eindringliches Statement für die Musik des 20. Jahrhunderts

David Trio: Andreas Pözlberger (links), Sabine Reiter und Peter Aigner Bild: privat

Ernsthaftigkeit, Detail-Genauigkeit und emotionale Identifikation mit dem Gespielten erhoben diese Eindringlichkeit zu einem eindrucksvollen Ganzen. Mit Davids Streichtrio Nr. 1 op. 33 blieb das Ensemble noch in der Welt tonaler Zuordnung; klare Melodien und reigenhafte Passagen wurden musikantisch angestimmt.

 Mit Kreneks Streichtrio op. 118 tat sich die abstrakte Sphäre der Dodekaphonie auf. Dort sind auch Weberns Satz für Streichtrio op. posth. und Schönbergs Streichtrio op. 45 angesiedelt. Gleichheit im Stil bedeutet dies nicht - und das wusste das David Trio meisterhaft herauszustreichen. Herb und in tanzender Anmut konnten Kreneks Einzelsätze zu einer Geste geschlossen werden. Bedeutender wurde Gestisches bei Webern; dort, wo Minimal-Gedanken sich zu Tongebilden verdichten und die Summe von Einzelbewegungen zum fließenden Band wird. 

Die Übergänge der Figuren von einen Instrument ins andere hätten hier etwas geschmeidiger und "irrealer" sein können - so, als würde eine übergeordnete Instanz dieses filigrane Ton-Mobile in Schwingung versetzen. 

Schönberg wurde zur "Herzmusik" des Abends, die in das Stück gelegte Todeserfahrung des Komponisten fand emphatische und äußerst beeindruckende Wiedergabe: Beklemmende Zerklüftetheit, jähe Ausdruckskontraste, Hintergründigkeit und mit dem Unterbewussten spielende Kräfte überzeugten in packender Emotionalität und wahrlich technischer Bravour.

Oö. David-Trio, Festwochen Gmunden, 17. Juli 2017, Bewertung: 6 Sterne

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Artikel Von Karin Wagner 21. Juli 2017 - 10:45 Uhr
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