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Eine Sternstunde pianistischer Brillanz in Linz

Seit vielen Jahren ist die US-amerikanische Pianistin Myra Melford eine der spannendsten Musikerinnen der internationalen Jazz- und Improvisationsszene.

Eine Sternstunde pianistischer Brillanz in Linz

Myra Melford Bild: Guenther Groeger

In jüngster Zeit hat sie sich aufgrund einer Professur an der Universität Berkeley (Kalifornien) ein wenig rar gemacht.

Ihr Solo-Auftritt im Klaviersalon Merta in Linz – eine Veranstaltung der Reihe "Maerz_jazz" – kann also als veritable Sensation gesehen werden, entsprechend war auch der Besuch. Melfords aktuelles Solo bezieht sich weitgehend auf Bilder ihres Malerfreundes Don Reich, sie bezeichnet die Musik als Dialog mit der Kunst. Zahlreiche Einflüsse sind hörbar, Romantik und Impressionismus lassen eine Seelenverwandtschaft zum großen Keith Jarrett fühlen.

Enorme Bandbreite

Aber auch die lange Jazztradition ist eingearbeitet, von Thelonious Monk bis hin zu Uri Caine. Zwei Pianisten nennt sie als große Förderer, Cecil Taylor und Andrew Hill, Ersterem hat sie ein Stück gewidmet, von Zweiterem spielte sie ein Original. Die Klänge haben eine enorme Bandbreite, vom opulenten Schönklang bis hin zu spröden, ein wenig gespreizten Anklängen an die zeitgenössische Musik. Von sparsam, fast behutsam gesetzten einzelnen Tönen bis hin zu mächtigen Akkorden, ja ganzen mit Ellbogen und Unterarm geschlagenen Clustern.

Souverän bewältigte Technik, sicherer Geschmack und ein Faible fürs Geschichtenerzählen bescherten einen schönen Abend und begeisterten das Publikum.

Tipp: Nächster "Maerz_jazz"-Termin ist am 23. März: der portugiesische Bassist Carlos Bica und Azul, eine Empfehlung. Konzert: Myra Melford, "Maerz_ jazz", Klaviersalon Merta,

 

 

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Artikel 20. März 2017 - 00:04 Uhr
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