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Eine Händel-Gala zum Abschluss der Stiftskonzerte

Die russische Sopranistin Julia Lezhneva überzeugte mit großer Stimme und ebensolcher Ausstrahlung.

Eine Händel-Gala zum Abschluss der Stiftskonzerte

Julia Lezhneva und das Concerto Köln Bild:

Mit großem Jubel feierte das Publikum die erst 25-jährige russische Sopranistin Julia Lezhneva, die am Samstag gemeinsam mit Concerto Köln mit einer Händel-Gala das Schlusskonzert der heurigen Stiftskonzerte im Marmorsaal in St. Florian gestaltete. Spätestens seit ihrem Sieg beim Elena-Obraztsova-Wettbewerb 2007 ist Julia Lezhneva ein sängerischer Fixstern. Hier passt einfach alles zusammen: der ungemein runde Klang der Stimme, eine perfekte Atemführung, die die Koloraturen unangestrengt wirken lässt, und damit verbunden eine wunderbare Phrasierungskunst, wodurch die Melodiebögen immer das richtige Ziel anpeilen.

Doch Lezhneva hat da mehr zu bieten. Denn über ihre vollendete Stimme hinausgehend weiß sie auch mit Musik zu berühren und starke emotionale Momente zu setzen. Einzig ein Manko trübt ein wenig die großartige Leistung – ihre relativ undeutliche Diktion. Aber das scheint eine Krankheit fast aller Sängerinnen und Sänger von heute zu sein. Doch gerade dieser ist klangliches Gestaltungselement Nummer eins.

Mit viel Elan vorgetragen

Vor allem läuft man Gefahr, dass die Musik trotz aller stupender Virtuosität einförmig, ja sogar eintönig klingt, was bei einem reinen Händelprogramm noch stärker zum Tragen kommt. So präsentierte sie an diesem Abend Arien aus Händels "Rodrigo", "Agrippina", "Alessandro" und dessen ungemein stimmungsvolles geistliches Konzert über den Text der marianischen Antiphon "Salve Regina". Concerto Köln unter der Leitung der Konzertmeisterin Mayumi Hirasaki steuerte Händels Concerto grosso op. 3/2, Geminianis Bearbeitung von Corellis La-Folia-Sonate op. 5/12 und ein Concerto von Charles Avison, das dieser nach Sonaten Domenico Scarlattis zusammengestellt hat, bei und spielte diese Musik mit viel Elan und einer vielleicht etwas zu üppigen, basslastigen Klangpracht, die zwar in ihrer Opulenz begeisterte, aber in der nur wenig differenzierten Dynamik ein wenig anstrengte. Dennoch ein großer Abend.

Klassik: Abschlusskonzert der Stiftskonzerte mit Concerto Köln und Julia Lezhneva, Stift St. Florian, 25. Juli

OÖN Bewertung:

 

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Artikel Michael Wruss 27. Juli 2015 - 00:04 Uhr
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