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Ein Meister der Improvisation wird 85

Das Brucknerhaus Linz gratuliert Komponist Balduin Sulzer mit einem Konzertreigen.

Ein Meister der Improvisation wird 85

Das schönste Geschenk für Balduin Sulzer: seine Schüler spielen seine Werke im Linzer Brucknerhaus. Bild: OON

Vor allem sei er "überrascht, dass so etwas möglich ist", sagt Balduin Sulzer. Nicht nur darüber, dass ihm das Brucknerhaus mit acht Konzerten zum 85. Geburtstag am 15. März gratuliert. "Obwohl ihr bei mir in der Schule wart, habt ihr es zu etwas gebracht", verneigt sich der Jubilar vor seinen ehemaligen Zöglingen im Stiftsgymnasium Wilhering und im von ihm gegründeten Musikgymnasium Linz: Dass sie nun als Profi-Musiker im Konzert-Zyklus im Brucknerhaus, kuratiert von OÖN-Musikkritiker Michael Wruss, seine Werke zum Klingen bringen, ist das schönste Geschenk.

Gründer des Musikgymnasiums

Geboren im oberösterreichischen Großraming, kam der Zehnjährige nach Linz, wo er das Gymnasium besuchte und als Ministrant die "Domschola" stimmkräftig unterstützte. Nach der Matura trat er den Zisterziensern im Stift Wilhering bei, studierte Philosophie, Theologie, Musik und Geschichte.

"Dass ich Komponist geworden bin, hat sich so ergeben", blickt Balduin Sulzer auf mittlerweile rund 400 Werke zurück, darunter zwei Opern, neun Sinfonien, eine Passion, zwölf Instrumentalkonzerte, Klavier-, Kammer- und Orgelmusik, Lieder und Chormusik.

Die Kunst der Improvisation pflegt er nicht nur an der Orgel, sie ist ein Grundprinzip seines Lebens: "Ich löse Situationen eher improvisatorisch."

Als Korrepetitor wirkte er am damaligen Bruckner-Konservatorium, als Domkapellmeister und vor allem als Pädagoge am Linzer Musikgymnasium, wo er das Linzer Jeunesse-Orchester und den Mozart-Chor ins Leben rief. Viele seiner ehemaligen Schüler haben die Musik zum Beruf gemacht, manche sogar eine Weltkarriere. Dirigent Franz Welser-Möst schätzt an seinem Lehrer "die unglaubliche Fähigkeit, jeden von uns einen Teil von sich selbst erkennen und annehmen zu lassen".

Wer Balduin Sulzer je in seiner Komponierstube im Stift Wilhering besuchen durfte, weiß um seinen unermüdlichen Schaffensgeist: Inmitten sich türmender Notenberge herrscht das Chaos als Prinzip höchster Ordnung.

Seine zweite Heimat ist das Brucknerhaus. Dass man dem Jubilar mit dem heiteren Lächeln auch in den kommenden Konzerten ihm zu Ehren dort begegnen wird, das ist gewiss. (kasch)

 

Termine

23. Februar: Das Bruckner Orchester Linz unter Wladimir Fedossejew spielt Balduin Sulzers Symphonie Nr. 3 op. 177.

1. März: Recital "Glaube – Mystik – Aberglaube" mit Sopranistin Anna Maria Pammer u. a.

2. März: Orgel- und Kammermusik u. a. mit Magdalena Hasibeder und Elke Eckerstorfer.

15. März: Musikalische Geburtstagsfeier mit Solisten und Ensembles der OÖ. Landesmusikschulen, des Musikgymnasiums Linz und Überraschungsgästen.

17. März: Das Minetti Quartett & Friends widmen sich Sulzers kammermusikalischem Schaffen.

25. März: Balduin Sulzers Chormusik widmet sich der Linzer Hard-Chor, Gewinner des OÖN-Bewerbs "Best of Chormusik" 2016.

31. März: Festkonzert zum 85. Geburtstag mit dem Chorus Juventus der Wiener Sängerknaben, dem Mozartchor und dem Orchester des Linzer Musikgymnasiums.

Karten: 0732 / 77 52 30, www.brucknerhaus.at

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Artikel 08. Februar 2017 - 00:04 Uhr
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