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Der Mühlviertler Meister der Orgeln

Gustav Auzinger gibt kostbaren Orgeln in Neufelden ein Zuhause, bald lädt er zu Konzerten.

Der Mühlviertler Meister der Orgeln

Gustav Auzinger auf der Empore Bild: Weihbold

Es war ein alter Tonkrug, der Gustav Auzingers Leidenschaft zum Sammeln geweckt hat. Als 13-Jähriger hat ihn der Organist "von einem Bauern" nach Hause geschafft. "Zwei Mal musste ich ihn dann vor der Mutter retten."

Doch sein erster Schatz ist ihm geblieben. Er steht im Untergeschoß im Haus des Musikpädagogen, der seit mehr als 40 Jahren die Landesmusikschule Rohrbach leitet. Nie verloren hat der Vater zweier erwachsener Töchter auch die Lust an alten Gegenständen, die Geschichten erzählen. Bloß je reicher er an Jahren wurde – Auzinger ist inzwischen 65 und knapp vor der Pension –, umso größer wurden diese auch.

Während andere Menschen vielleicht eine Orgel aus ihrer Heimatkirche kennen, besitzt Auzinger vier: wunderschöne, teils antike Stücke, die sein Nebenhaus zum Museum veredeln. Ab 27. April werden sie dort in einer Konzertreihe bespielt.

So viel wert wie ein Mercedes

Die erste Orgel anzuschaffen, war eine bewusste Entscheidung. "Ich habe sie 1996 bei einer Firma in Tirol neu bauen lassen – in der Gestalt eines Instruments aus dem 17. Jahrhundert. Genau nach meinen Vorstellungen und für barocke Literatur", sagt er. Zwei Monate lang wurde daran gearbeitet, später wurden die malerisch geschwungenen Stukkaturen mit Blattgold überzogen. Ihr damaliger Wert? "450.000 Schilling. So viel wie ein einigermaßen neu ausgestatteter Mercedes, aber nicht weniger als ein guter Konzertflügel", sagt Auzinger, dem die Instrumente Nr. zwei bis vier "quasi passiert" sind. Vor 15 Jahren erfuhr Auzinger davon, dass ein Musiker seine Sammlung veräußert, darunter eine italienische Barockorgel, "sehr desolat", heute steht sie, in Italien restauriert, bei ihm daheim. Orgel Nr. drei – das Gehäuse Ende 17. Jahrhundert, die Außenelemente spiegeln die Rokoko-Zeit (ca. 1780) – stammt von Auzingers sehr gutem Freund, dem 2007 verstorbenen Organisten August Humer. Seine jüngste Anschaffung, ein "original spätbarockes Instrument", entdeckte er vor zwei Jahren bei einem Antiquitätenhändler in Niederösterreich, nun thront sie bei Auzinger auf einer eigens gebauten Empore. Alle erfüllen sie seine hohen Ansprüche, "innen, vom Klang her, wie außen ein Kunstwerk zu sein".

Der stolze Opa einer Enkelin hat selbst mit 15 Jahren zum Orgelspielen angefangen. "Seitdem lerne ich. Denn ist man einmal im Orgelfieber, geht es nie wieder weg."

Orgeltage Pürnstein

 

Konzerte: Am 27. 4. beginnen die „Orgeltage“ (je 20 Uhr) bei Gustav Auzinger (Pürnstein 37), es spielt Gabriele Giacomelli. Weiters: 13. Mai, auch um 11.15 Uhr, 1. und 22. Juni. Anmeldung erfordl. unter Tel.: 0664/735 30340, Auzinger führt nach Vereinbarung auch durch sein „Orgel-Museum“.

 

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Artikel Nora Bruckmüller 04. April 2018 - 00:04 Uhr
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