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Das war ein musikalischer "Bunter Abend" der Sonderklasse

Für das sechste Konzert in der Reihe zum 85. Geburtstag Balduin Sulzers hat Kurator Michael Wruss das Minetti-Quartett samt hochkarätigem Freundeskreis eingeladen.

Das war ein musikalischer "Bunter Abend" der Sonderklasse

Das Minetti-Quartett Bild:

Matthias Schorn (Klarinette), Michael Oman (Blockflöte), Benedikt Dinkhauser (Fagott), Manuel Huber (Horn) und Herbert Mayr (Kontrabass).

Wer solche Freunde hat, der hat es gut! Minetti Quartett & Friends boten einen "Bunten Abend" vom Feinsten, im ersten Teil sechs kammermusikalische Kompositionen von Balduin Sulzer, nach der Pause Franz Schuberts Oktett in F-Dur D 803. Durch die klug ausgewählten Werke für unterschiedliche instrumentale Zusammensetzungen wurde plausibel, warum Balduin Sulzers Musik auch Zuhörer erfreuen kann, deren Hörgewohnheiten sonst eher in Distanz zur Moderne stehen.

Auf präzise, hart akzentuierte Rhythmen in kühner Harmonik folgen immer wieder melodiöse Sequenzen, die man "schön" nennen darf. Dazu kommt Balduin Sulzers ausgeprägter Sinn für Humor. Auch beim Komponieren sitzt ihm oft der Schalk im Nacken. Ironische Brechungen und parodistische Elemente baut er gerne ein. Bisweilen bezieht er sich dabei auf Volksmusikalisches aus Oberösterreich – so zum Beispiel in "Am Rosenfeld – Eine Art Ländler für zwei Geigen" und in "Dahoam is dahoam – Ein ob-der-ennsisches Nostalgetto à 3 für Viola, Klarinette und Fagott".

So spielerisch und vordergründig heiter diese kammermusikalischen Stücke auch wirken mögen, technisch und interpretatorisch handelt es sich um komplexe Aufgaben. Was Michael Oman auf Tenor-, Alt- und Sopranblöckflöte aufbieten muss, um die "Konzertante Invention für Blockflöte solo und Streicher" zu meistern, ist sensationell. Mit Bewunderung folgt man auch Hans Mayr, wenn er im "Bicinium bassabile für Violoncello und Kontrabass" vom Komponisten in die höchste Etage seines Griffbretts gejagt wird. Nuancenreich und bewundernswert homogen interpretierten die Künstler Franz Schuberts Oktett in F-Dur.

Minetti Quartett & Friends hielten die Spannung über alle "himmlischen Längen" (Schumann über Schubert) hin aufrecht. Wunderschön erklangen das melancholisch sanfte Adagio und das Andante mit einfallsreichen Variationen.

Konzert: Minetti Quartett & Friends. Brucknerhaus, Mittlerer Saal, 17. März.

 

 

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Artikel Christian Schacherreiter 20. März 2017 - 00:04 Uhr
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