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Das neue Schauspielhaus sieht aus wie 1958

In 16 Tagen wird das um 9,6 Millionen Euro renovierte Theater an der Promenade eröffnet.

Das neue, entrümpelte Schauspielhaus sieht aus wie jenes des Jahres 1958

Das neue Schauspielhaus wirkt noch ein wenig steril, die feine Renovierungsarbeit zeichnet sich aber schon ab. Bild: (Moser)

Die drei Herren im ersten Rang lächeln freundlich, haben aber auch ständig ihre Armbanduhren im Blick. Lange sollte diese Pressekonferenz, bittschön, nicht mehr dauern – weil es pressiert nämlich. So geht das seit dem Mai des vergangenen Jahres – da haben die umfangreichen Renovierungsarbeiten im Schauspielhaus an der Linzer Promenade begonnen. Im Jänner 2017 wäre der erste Fertigstellungstermin gewesen, jetzt wird es – ganz ernst gemeint – der 1. April sein.

Wenn dann für die Premiere von William Shakespeares "Der Sturm" in einer Inszenierung von Schauspielchef Stephan Suschke der Vorhang aufgeht, wird alles wie am Schnürchen klappen, da sind sich alle einig.

Baulicher Seiltanz

Architekt Christian Jabornegg deshalb, weil er den Seiltanz zwischen den technischen Möglichkeiten der baulichen Erneuerung und dem Pflichtenheft des Denkmalschutzes geschafft hat. Vieles erinnert im neuen Haus, das um 9,6 Millionen Euro renoviert worden ist (Plan: acht Millionen), wieder an jenes Logentheater, das Architektenlegende Clemens Holzmeister im Jahr 1958 dem Linzer Theaterpublikum schenkte.

"Wir haben das Haus von den vielen gut gemeinten Zubauten entrümpelt. Da ist vieles in die Hose gegangen. Wir haben es frei gepinselt, und jetzt ist alles wieder da, wie 1958", sagt Architekt Christian Jabornegg.

Auf dem neuesten Stand der Technik natürlich, Angefangen beim Schall, über die Beleuchtung und – eingefleischte, hitzegeplagte Landestheaterbesucher werden es erfreut zur Kenntnis nehmen – mit einer ausgeklügelten Entlüftung.

100 Sitzplätze weniger

Die Zahl der Sitzplätze wurde von 600 auf 500 reduziert. "Und diese Reduktion wird sich nicht in höheren Kartenpreisen niederschlagen", versichert der kaufmännische Leiter des Landestheaters, Uwe Schmitz-Gielsdorf. Im neuen Schauspielhaus wird in der Hauptsache Sprechtheater geboten. Allerdings ist es auch fit für Musicals, Operetten und sogar Opern: Der Orchestergraben ist nämlich immer noch da, er versteckt sich nur unter den ersten beiden Sitzreihen.

Die Herren im ersten Rang sind zwischenzeitlich verschwunden. Es wird wieder gehämmert, geschraubt und gebohrt. Es gibt noch viel zu tun, bis der Vorhang vor diesem gelungenen Baustück gefallen sein wird.

 

Wiedereröffnung

Das renovierte Schauspielhaus an der Linzer Promenade wird am 1. April von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet. Anschließend folgt die Premiere von Shakespeares „Der Sturm“.

Am 2. April von 11 bis 16 Uhr wird zur „Hausöffnung für alle“ geladen. Zu sehen sind das neue Foyer und der Zuschauerraum. Eintritt frei.

 

 

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Artikel (att) 16. März 2017 - 00:04 Uhr
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