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Das Mariandl-Image hat sie nie bereut

Auf den Mund ist sie wahrlich nicht gefallen – wer die Dame vorige Woche als Gast bei Stermann und Grissemann in „Willkommen Österreich“ gesehen und gehört hat, konnte sich davon überzeugen, dass sie auch in höherem Alter noch sowohl geistig als auch körperlich auf der Höhe ist.

Das Mariandl-Image hat sie nie bereut

Als Mariandl im Jahr 1947 (mit Filmpartner Paul Hörbiger) Bild: ORF

Kein Wunder, sie halte sich ja auch mit „Heilgymnastik und Popo-Schupfen“ fit, wie sie amüsant demonstrierte. Bei Waltraut Haas paaren sich Humor, Witz, Selbstironie und Schlagfertigkeit. Heute Samstag feiert der Publikumsliebling den 85. Geburtstag.

Sie hat in ihrer Karriere rund 70 Filme gedreht, um zum Publikumsliebling aufzusteigen, hätte aber bereits einer gereicht: 1947 spielte die junge Waltraut Haas an der Seite von Hans Moser und Paul Hörbiger das „Mariandl“ im Film „Der Hofrat Geiger“ und wurde zum österreichischen Filmstar.

Der Charme der am 9. Juni 1927 in Wien als Tochter einer Hotelier-Familie geborenen Schauspielerin präsentiert sich also ungebrochen. Auf Wunsch ihrer Mutter besuchte sie eine für damals übliche Haushaltsschule, bevor sie das Konservatorium für darstellende Kunst in Wien absolvierte und zusätzlich bei der Burgschauspielerin Julia Janssen privaten Schauspielunterricht nahm.

Der Beginn der Karriere führte über die Theaterbühnen, wobei auf das Landestheater Linz in Wien das Bürgertheater, das Stadttheater und Raimundtheater sowie in Deutschland der Titania-Palast Berlin oder das Deutsche Theater München folgten.

Das süße Wiener Mädel

Dann sollte die Entdeckung durch Willi Forst den Wendepunkt markieren: Er besetzte sie als Mariandl für seinen „Hofrat Geiger“, was Haas in der Folge etliche Rollen als süßes Wiener Mädl eintrug. Als Mentoren und Wegbegleiter sollten Größen wie Paul Hörbiger, Curd Jürgens, Johannes Heesters, Franz Antel, Heinz Rühmann und allen voran Hans Moser der Mimin zur Seite stehen.

Neben ihren Rollen in „Mariandl“, „Mariandls Rückkehr“, „Hallo Dienstmann“, „Kleiner Schwindel am Wolfgangsee“, „Gruß und Kuss aus der Wachau“ oder „Keine Angst Liebling, ich pass’ schon auf“ in der Regie ihres Mannes Erwin Strahl nahm Waltraut Haas auch Schallplatten auf, darunter etwa „Im Weißen Rössl“ und „Wiener Lieder“.

Bevor aber das Genre des liebenswerten Heimatfilms und damit auch ihre Rollen zusehends in seichte Unterhaltungs- und Pornoschnulzen zu münden drohten, führte Haas’ Weg wieder auf die Theaterbühnen, wo sie meist unter der Regie ihres im Vorjahr verstorbenen Ehemanns im Scheinwerferlicht stand. Mit Strahl war sie seit Juni 1966 verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, den Theaterregisseur Marcus Strahl, geboren 1968.

Außerdem trat und tritt die Schauspielerin, die 1987 mit der Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold ausgezeichnet wurde, in zahlreichen österreichischen und deutschen TV-Shows als Gast auf.

Zu ihrem 80. Geburtstag wurde eine Biografie veröffentlicht, in der Autorin Beatrice Weinmann das bewegte Leben des Publikumslieblings Revue passieren lässt und dabei Licht- wie Schattenseiten ihrer Karriere gleichermaßen thematisiert.

Dankbar für das „Mariandl“

Im Rahmen der Geburtstagsfeierlichkeiten erklärte Haas damals auch, dass sie das „Mariandl-Image“ nie bereut habe. „Ich war dankbar dafür.“

2010 wurde sie mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet, bereits 2003 wurde sie mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst bedacht.

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Artikel 09. Juni 2012 - 00:04 Uhr
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