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Das Gruselviech ist wieder auf der Jagd

Film-Kritik: "Alien: Covenant" macht weiter, wo "Prometheus" aufhörte - leider auch in puncto Fadesse.

Das Gruselviech ist wieder auf der Jagd

Im sechsten Teil der „Alien“-Reihe darf das titelgebende Ungeheuer seine Zähne zeigen, zum Fürchten ist das Ganze aber schon lange nicht mehr. Bild: Centfox

"Prometheus" war in doppelter Hinsicht eine Katastrophe. Sowohl für die Crew des gleichnamigen Raumschiffs, die im Jahr 2094 auf der Suche nach extraterrestrischem Leben von einem außerirdischen Gruselviech verspeist wurde, als auch für Regisseur Ridley Scott. Dieser wollte mit dem Science-Fiction-Schocker die Deutungshoheit über die von ihm erdachte "Alien"-Reihe zurückerobern, erntete dafür aber nur leisen Spott der Kritiker und lautes Schnarchen fadisierter Kino-Besucher. Mit "Alien: Covenant" zeigt der 79-jährige Filmemacher, dass seine Lernkurve eine flache ist.

Eine zähe Angelegenheit

Der sechste Teil der "Alien"-Reihe laboriert an den selben Problemen, die bereits "Prometheus" zu einer zähen Angelegenheit verkommen ließen. Anstatt die Stärken des genre-definierenden, seine Faszination aus der perfekten Spannungsdramaturgie und dem fatalen Unwissen über den so alptraumhaften wie mysteriösen Gegner beziehenden Originalfilms aus dem Jahr 1979 zu kultivieren, will Ridley Scott hier mit aller Macht die ganz großen philosophischen Fragen verhandeln. Wo kommen wir her? Was bedeutet Schöpfung? An diesem Anspruch scheitert "Alien: Covenant".

Das Gruselviech ist wieder auf der Jagd

So eine unfreiwillige Alien-Geburt ist eine schmerzvolle Angelegenheit.

Die Story siedelt sich ein Jahrzehnt nach den Ereignissen von "Prometheus" an und variiert Bekanntes. Den Weltraumfrachter "Covenant" verschlägt es nach interstellaren Turbulenzen auf einen fremden Planeten. Das Paradies entpuppt sich aber – oh, Wunder! – als von grausigen Kreaturen bevölkerte Hölle, in der die Menschen wahlweise als gschmackige Pausensnacks oder Alien-Geburtshelfer zweckentfremdet werden. Neben spitzzahnigen Monstern trifft die Crew um den autoritätsschwachen Kapitän Oram (Billy Crudup), die toughe Wissenschafterin Daniels (Katherine Waterston) und Android Walter (Michael Fassbender) in dieser neuen Welt auf den einst mit der "Prometheus" verschollenen Roboter David (ebenfalls der fantastisch unterkühlte Fassbender). Der an einer teuflischen Mischung aus Gotteskomplex und Minderwertigkeitsgefühlen laborierende David hat sich zum Herrn über den Planeten ernannt und sich mittels DNA-Experimenten eine Heerschar von Gruselbestien gebastelt.

Der sich daraus entspinnende Horror ist ein wunderschön gefilmter, der aber trotz effektvoller Blut- & Beuschel-Szenen an keiner Stelle jenes sich tief ins Unterbewusstsein grabende Unbehagen erzeugt, das die ersten zwei "Alien"-Teile zu ewigen Schreckensmeisterwerken machte.

Film: "Alien: Covenant" (USA 2017, 123 Minuten), Regie: Ridley Scott

OÖN Bewertung:

 

Trailer: 

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Artikel Lukas Luger 19. Mai 2017 - 00:04 Uhr
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