Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 18. November 2017, 01:52 Uhr

Linz: 3°C Ort wählen »
 
Samstag, 18. November 2017, 01:52 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Kultur

Ars Electronica: Milchkühe auf den Brucknerhausbühnen

Milchkühe auf den Brucknerhausbühnen

Lotti als beeindruckende Brucknerhaus-Diva Bild: ars2011

Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe. Im Fall der Ars-Ausstellung des Kunstuni-Studienzweigs „Interface Cultures“ im Linzer Brucknerhaus machen acht Euter-Protagonistinnen sogar Musik. Die Tierärztin und Kunststudentin Irmgard Falkinger-Reiter verschmilzt da in ihrem Beitrag „QmusiQ“ (=digitalisierte Kuhmusik) perfekt ihren Beruf mit künstlerischer Qualität.

„Die Arbeit basiert auf den Milchleistungs- und Trächtigkeitsdaten von acht Fleckkühen“, erklärt die Veterinärmedizinerin, die damit auch eine ironisierende Achse in die Instrumentalisierung von Nutztieren legt: „Hier werden die Kühe tatsächlich zu Instrumenten“. Besucher können per Dirigentenstab die „QmusiQ“ steuern, sogar ein „Tutti“ ist mit dem milchgebenden Kammerorchester möglich.

Elf weitere Positionen, die internationale Kunstuni-Studierende unter dem Motto „unuselessness“ (=Unnutzlosigkeit) hier präsentieren, bringen kuriose Bild-Ästhetik und politische Prägnanz. So können sich Besucher etwa entscheiden, ob sie in wild vibrierenden, die USA symbolisierenden Schlapfen das islamische Symbol für Allah „betreten“ wollen (Lenka Klimesova/Arwa Ahmed Ramadan).

Hartes Russenroulette

Es gilt, PC-Fehlermeldungen als Kreuzstickerei (Vesela Mihaylova) zu bestaunen sowie Strache-Redereien per „Squeezer“ (Lamoncha/ Cernei/ Jazbec) in lächerliches Gequäke zu verwandeln. Per Touchscreen verformen sich Klänge über abstrahierte Zahnräder (Brandstätter/Buchtala), und David Brunnthaler bringt seiner Oma Steinesammlung zum Erzählen. Besonders fein: „iWilson“, der Brückenschlag von Veronika Pauser in digitale Vergangenheiten. Besonders böse: „Weltschmerz“ von Masa Jazbec und Tiago Martins – die angebotenen Bilder von Krieg und Tragödie sehen nur jene, die den Revolver an der eigenen Schläfe „abdrücken“.

Fazit: Intensität meets Ironie. Formale Kraft trifft auf starke Konzepte.

 

Ars-Tipp Donnerstag:

AEC-Maindeck: Ab 20 Uhr setzen sich Performer des „Tesla Orchestra“ im Ganzkörperschutz den Blitzen der weltgrößten Tesla-Spulen aus und erzeugen schräge Audiofrequenzen. Ab 22 Uhr gibt’s hier Avantgarde-Pop der Oberösterreicherin Madame Humtata.

Kommentare anzeigen »
Artikel Irene Gunnesch 01. September 2011 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Wohin im Advent?

Wo Sie im Advent den einen oder anderen schönen Abend verbringen können, verraten Ihnen unsere ...

"Ach, wie schießt ihr schlecht!"

Anlässlich des 250. Geburtstags des Freiheitskämpfers Andreas Hofer machte sich Klaus Buttinger auf die ...

Wanda rocken den Linzer Domplatz

Die Oberösterreichischen Nachrichten präsentieren den ersten echten Konzerthöhepunkt im kommenden Jahr.

Nach dem Rekord: Wer hat "Salvator Mundi" gekauft, und wo taucht er auf?

Die Kunstwelt ist auch am Tag nach dem 450-Millionen-Dollar-Deal in Schockstarre.

Selbst ist die Frau – vor allem meist selbst schuld

Karin Schmid zeigt ihr neues Stück "Tabu" im Cinematograph Linz.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!