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Es wird langsam Zeit für richtigen Genuss!

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Es wird langsam Zeit für richtigen Genuss!

Genuss will gelernt sein und geht nicht nebenbei. Wenn man jedoch richtig genießt, bekommt das Leben die richtige Würze und den idealen Lustfaktor. "Wer nicht genießt, wird ungenießbar", wusste schon Friedrich Schiller zu berichten. Also Vorhang auf für Geschmack, Frische, Regionalität und Saisonalität.

Von Philipp Braun, 21. April 2016 - 00:04 Uhr

Genießer sind klar im Vorteil. Sie leben länger, haben am Leben viel mehr Freude und ebnen den Weg für eine lebenswertere Welt. Freilich ist Genuss nicht mit purem Hedonismus, dem Streben nach lukullischen Sinneslüsten oder egoistischem Genuss gleichzusetzen. Nein, denn auch Genießen will gelernt sein.

Marlies Gruber, wissenschaftliche Leiterin vom Ernährungsmagazin "Forum.Ernährung heute" schreibt in einer Ausgabe, dass richtige Genießer gesünder leben. Der Begriff Gesundheit impliziert nicht nur körperliches, sondern auch seelisches und soziales Wohlbefinden. Durch den Genuss wird die Stimmungslage gehoben, die Wahrnehmung erhöht und die Produktivität gesteigert. Das Ergebnis ist ein Mehr an Ausgeglichenheit, Leistungsstärke und Stressresistenz.

Einzig ein paar Grundregeln und Anleitungen zum richtigen Genuss sollen befolgt werden, um den Schritt vom Genusszweifler zum Genießer beschreiten zu können (siehe auch Kasten rechts).

Der Weg zum Genuss...

Genuss hat seine Grenzen. Bedingungslose Völlerei führt nicht zu wahrem Genuss. Vielmehr ist das Glücksgefühl durch Genuss mit maßvollem Konsum (weniger ist mehr) eng miteinander verwoben. Laut der "kleinen Schule des Genießens" benötigt es Zeit, Erfahrung, Aufmerksamkeit und die Erkenntnis, sich selbst belohnen zu dürfen. Je öfter wir genießen und wissen, was uns gut tut, desto mehr Kraft können wir schöpfen und Energie tanken. Bewusster Genuss bringt Entspannung und Momente des Glücks, und macht das Leben bunter und intensiver.

Freilich bedarf es dazu der richtigen Lebensmittel, die uns einerseits schmecken und Lust bereiten sollen, die aber auch in einem Respekt vor uns selbst und vor unserer Mitwelt wurzeln. Das epikurische Prinzip, dass es nicht möglich ist, lustvoll zu leben, ohne gleichzeitig vernünftig, schön und gerecht zu leben, formulierte der Linzer Gourmetkritiker Christoph Wagner (1954–2010) folgendermaßen: "Rindfleisch, das moralisch einwandfrei ist, schmeckt nicht nur besser, sondern lässt sich auch mit besserem Gewissen genießen. Dasselbe gilt sinngemäß auch für alle anderen Arten von Fleisch und Fisch, für Hühnereier, Aufstriche, Käse und natürlich auch und gerade für Gemüse und Getreide."

Lebensmittel, welche auf fruchtbarem Boden gewachsen sind und zum perfekten Zeitpunkt geerntet wurden, keine langen Transportkilometer zurückgelegt haben und keine Pestizidrückstände aufweisen, sowie eine artgerechte Tierhaltung und Fütterung als auch eine stressfreie Schlachtung von Tieren werden den Genießer und den Umweltfreund glücklich stimmen.

...führt über die Saison...

Die erfolgreiche Kochbuchautorin Katharina Seiser unterteilt ihre kulinarischen Nachschlagewerke gerne in fünf Jahreszeiten (manche Speisen lassen sich das ganze Jahr kochen) und plädiert für mehr Saisonalität: "Zwar steigt im Winter die Vorfreude auf Spargel und frische Kräuter. Richtig gelagerte Äpfel schmecken in der kalten Zeit dennoch besser. Genauso haben wir im Sommer eher Lust auf Marillen und nicht auf Maroni."

Freilich erfordert der Umgang mit frischen Lebensmitteln neben der Neugierde auch ein Herantasten ans Kochen, damit Gemüse und Obst letztendlich zu köstlichen Speisen veredelt werden.

Obwohl aus der Vielfalt Lebenslust entspringt (nicht aus der Homogenität) und die Märkte als sinnliche Inspirationsquelle gelten, zeigt sich in den letzten Jahrzehnten eine Entfremdung der Konsumenten vom Produktionsprozess. Die Nachvollziehbarkeit von Produkten ist oftmals nur mit großem Aufwand möglich. Das nötige Feingefühl, der Bezug zur Natur und der Respekt für die Tiere, Pflanzen, Bauern und deren Arbeit, geht verloren. Zurück bleiben Produzenten und Konsumenten, denen die sinnliche Wahrnehmung fehlt.

...zum nötigen Wandel

Um Lebensmittel als gut einzustufen, ist eine entsprechende Schulung, Sensibilisierung und Weiterentwicklung unserer Sinne notwendig, damit wir wieder fähig sind, Qualität in den unterschiedlichen Nuancen schätzen zu lernen. Sowohl in der Schwangerschaft, wo Geschmäcker in der pränatalen Phase geformt werden, als auch im täglichen Leben, wo man mit jedem Bissen und jedem Schluck eine Vorbildfunktion ausübt.

Für Christoph Wagner war die Förderung einer Esskultur essentiell: "Wenn das, was unsere Mütter ihren Kindern heute zu schmecken lernen, nur noch Hamburger und Pizzas sind, dann lässt sich erkennen, wie tief das Niveau unserer Esskultur in ein, zwei Generationen sein wird. Am besten achten sie auf eine frische, schmackhafte, traditionell wie weltoffene und ökologische Küche, die anregt, das Essverhalten auf ein gutes Niveau zu bringen und so die Esskultur ganz allgemein zu fördern."

Damit wäre der Wandel zum Genussmenschen möglich, was dennoch eine Änderung unseres derzeitigen Lebensstils erforderlich macht. Dies impliziert auch eine Annäherung und Wiederentdeckung der Langsamkeit wie Slow-Food-Präsident Carlo Petrini fordert. "Langsamkeit ist nicht die Vergangenheit der Schnelligkeit, sondern ihre Zukunft!"

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Kommentare

„Ist der Genuss auch dann noch Genuss, wenn man sich an ihn gewöhnt hat, wenn er etwas ...“ Till-Eulenspiegel Ist der Genuss auch dann noch Genuss, we...
„Gut geschrieben! Es liegt an der eigenen Lebenseinstellung.“ maus-klick Gut geschrieben! Es liegt an der eigenen...
„Genuss? bei den heutigen mit viel Werbung aufgedrückten Massenwaren der ...“ Gugelbua Genuss? :-) :-) :-)bei den heutigen ...

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