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Wie gesund ist die Kokosnuss wirklich?

Über die Wirkung dieser Frucht wird derzeit viel diskutiert. Sie soll nicht nur für die Haut gesund sein, sondern sogar gegen Demenz und Übergewicht helfen. Ernährungswissenschaftler sind jedoch skeptisch.

Wie gesund ist die Kokosnuss wirklich?

Öl aus Kokosnüssen steht bei Filmstars hoch im Kurs. Bild: privat

Als "Superfood" wird die Kokosnuss in vielen aktuellen Ernährungsratgebern bejubelt. Darin wird unter anderem behauptet, dass diese Frucht über ihren guten Geschmack hinaus auch vielfältige positive Auswirkungen auf die Gesundheit habe. So soll Kokosöl nicht nur gut für Haut und Haare sein, sondern zudem das Immunsystem und die Schilddrüse stärken, den Stoffwechsel ankurbeln und zur Gewichtsabnahme beitragen. Sogar bei der Behandlung von Demenzerkrankungen soll es sich positiv auswirken. Doch Ernährungswissenschaftler zweifeln an der Seriosität dieser Informationen. Die Ratgeber, die sich auf eine Vielzahl an Studien weltweit berufen, argumentieren die angeblich gesundheitsfördernden Wirkungen der Kokosnuss folgendermaßen:

 

Herz und Kreislauf: Die gesättigten Fette der Kokosnuss bestehen zu einem großen Teil aus mittelkettigen Fettsäuren, die den guten Cholesterinspiegel (HDL) erhöhen und somit das Risiko für Herzerkrankungen verringern. So heißt es in den Ratgebern.

Gegen Fettleibigkeit: Kokosnüsse sind reich an Inhaltsstoffen, die, wie in Ratgebern behauptet wird, den Stoffwechsel und die Fettverbrennung ankurbeln. So würde Kokosöl die Aufnahme von essenziellen Fettsäuren wie Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren, Cholin und Lecithin fördern und damit die Fettverbrennung anregen. Zudem soll Kokosöl das Verlangen nach Zucker reduzieren.

Bessere Verdauung: Es wird auch behauptet, sämtliche Teile der Kokosnuss würden dem menschlichen Körper helfen, die Nährstoffaufnahme zu verbessern. Die Ballaststoffe im Kokosfleisch würden die Verdauung anregen.

Schutz vor freien Radikalen: Die Fülle an Antioxidantien in Kokosnüssen schütze den Körper vor schädlichen Radikalen.

Schutz vor Demenz: Sogar vor Demenz soll die exotische Frucht schützen, weil sie angeblich die Verbindungen aus Eiweiß und Zucker im Gehirn verhindert.

 

Trotz der kolportierten guten Eigenschaften der Kokosnuss warnt die Diätologin Irene Wurm von den Barmherzigen Schwestern in Linz davor, zu viel Kokosöl zu verwenden: "Man sollte immer die Gesamtkalorienmenge beachten, die man zu sich nimmt, außerdem ist es empfehlenswert, nicht nur ein Öl zu verwenden." Sie rät, sich lieber an nachweislich gesunde Öle wie etwa Raps- und Olivenöl zu halten. "Wichtig ist außerdem, dass man nicht nur gesunde Fette verwendet, sondern sich auch sonst gesund ernährt, nur dann kann man mit positiven Effekten rechnen", sagt Wurm.

Sehr skeptisch beurteilt auch Alexandra Hofer von der österreichischen Gesellschaft für Ernährung in Wien die Kokosnuss als "Wundermittel": "Ich habe noch nie von diesen tollen Eigenschaften von Kokosöl gehört und fürchte, dass es sich um pseudowissenschaftliche Erkenntnisse handelt, die nun über Bücher verbreitet werden." In geringen Mengen sei Kokosöl sicher unbedenklich, von zu großen Mengen rät die Ernährungswissenschaftlerin jedoch ab.

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Artikel U. Griessl 15. Juli 2015 - 00:04 Uhr
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