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Völlig aus dem Gleichgewicht

Oberarzt Wolfgang Schneidinger bei seiner Arbeit: „Schwindel gehört unbedingt abgeklärt.“ Bild: Ordensklinikum

Völlig aus dem Gleichgewicht

Schwindel ist einer der häufigsten Gründe für den Besuch beim Arzt – drei der häufigsten Schwindelarten werden vom HNO-Arzt behandelt.

Von Barbara Rohrhofer, 31. Mai 2017 - 00:04 Uhr

Schwindelerkrankungen sind weit verbreitet und treten ungefähr so häufig auf wie Kopfschmerzen. "Das Schwierige dabei: Es gibt mehr als 200 Gründe, die dieses Gefühl auslösen können. Die Betroffenen beschreiben ihre Beschwerden sehr unterschiedlich. Es gibt auch sehr verschiedene Formen. Schwindel, Taumel, Drehschwindel, Gangunsicherheit, Liftschwindel…", sagt Wolfgang Schneidinger, Oberarzt an der HNO-Abteilung im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern in Linz.

Schwindel selbst ist ein Alarmzeichen des Gehirns, ein Hinweis darauf, dass etwas in dem System, das unser Gleichgewicht regelt, gestört ist. Außergewöhnliche, aber an sich harmlose Reize wie etwa eine schnelle Karussellfahrt können das Gleichgewichtssystem kurzfristig irritieren. Bestimmte Krankheiten beeinträchtigen jedoch seine Funktion manchmal nachhaltig. Dabei handelt es sich häufig um Erkrankungen im Innenohr, wo das Gleichgewichtsorgan sitzt, oder um Störungen im Gleichgewichtszentrum im Gehirn. Infrage kommen außerdem Nervenentzündungen, Gefäßprobleme, Herz-Kreislauf-Störungen, Stoffwechselerkrankungen oder psychische Leiden. Auch natürliche Abnutzungserscheinungen im Alter spielen eine Rolle. "Viele Schwindelpatienten landen zuerst in der Notfallambulanz. Nach der neurologischen und internistischen Abklärung kommen Betroffene dann zu uns. Denn drei der zehn häufigsten Schwindelarten gehören in das HNO-Fachgebiet", sagt Schneidinger.
 

Lagerungsschwindel: Die häufigste Schwindelursache überhaupt ist der gutartige Lagerungsschwindel. "Die Drehschwindelanfälle ereignen sich typischerweise durch Lageveränderung des Kopfes. Die Attacken dauern meist nur wenige Sekunden und können von Übelkeit begleitet sein", erklärt Schneidinger. Ein Grund für diesen Schwindel können "Steinchen" sein, die sich im Innenohr ablagern und zu Irritationen führen. Die Therapie der Wahl ist eine physikalische. "Gezielte Lagerungsmanöver können den Schwindel beseitigen".

Morbus Meniere: Kommen zu den Drehschwindelattacken, die wie aus heiterem Himmel einsetzen, Hörminderung, Tinnitus (Geräusch im Ohr) und eventuell Übelkeit, sollte an die Meniere-Krankheit gedacht werden. Einige Betroffene empfinden die Anfälle mitunter auch als Lift- oder Schwankschwindel. "Grund ist meist eine Flüssigkeitsverschiebung im Innenohr", sagt Schneidinger. Die Krankheit wird medikamentös bekämpft, auch die Begleitsymptome können behandelt werden. "Ist der Leidensdruck der Patienten sehr hoch, gibt es die Möglichkeit eines operativen Eingriffs."

Neuropathia Vestibularis: Bei dieser Form des Schwindels kommt es zum akuten Drehschwindel mit heftiger Übelkeit. Der Grund ist eine Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. "Der Schwindel kann ein bis zwei Tage anhalten. In den meisten Fällen wird diese Erkrankung wieder gut", sagt der HNO-Arzt.

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