Gesundheit

Menü
Facebook Twitter Google+ E-Mail
"Trotz Epilepsie kann man viel tun"

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bild: colourbox.de

"Trotz Epilepsie kann man viel tun"

Der Welt-Epilepsie-Tag macht auf die Erkrankung aufmerksam.

Von Claudia Riedler, 14. Februar 2018 - 00:04 Uhr

Martina Stadler hat Epilepsie seit sie ein Jahr alt ist. "Es war ein Impfschaden", sagt die 53-Jährige, betont aber sofort, dass sie nicht jammern wolle. "Es ist wichtig, sich mit dieser Erkrankung nicht zu verstecken. Auch wenn es nicht das erste ist, was ich fremden Menschen erzähle." Stadler hat eine Ausbildung als Medizinisch-Technische Assistentin und als Soziologin. Sie arbeitet am Neuromed Campus im Kepler-Klinikum in Linz.

"Ich bin sehr gut mit Medikamenten versorgt und seit langem anfallsfrei", sagt sie. 20 Jahre hatte sie auch einen Führerschein, "derzeit habe ich ihn wegen eines Parkschadens wieder verloren". Ihn wieder zu bekommen, sei ihr nächstes Ziel.

Beginnt oft im Kindesalter

In Oberösterreich leiden derzeit 7000 Männer und Frauen daran, österreichweit 64.000. Die einen sind noch sehr jung, bei zwei Drittel der Patienten beginnt die Epilepsie bevor sie 20 sind. Die zweite Gruppe der Patienten erkrankt nach dem 65. Lebensjahr. "Während bei Kindern die Ursache oft genetisch ist, sind im Alter meist Schlaganfälle, Hirntumore oder auch Alzheimer die Auslöser für Epilepsie", sagt Primar Tim von Oertzen, Epilepsie-Spezialist im Kepler-Klinikum.

Epilepsie sei eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie tritt auf, wenn das Zusammenspiel der Neuronen im Gehirn gestört ist.

Die gute Nachricht: "Epilepsie ist gut behandelbar. Sieben von zehn Patienten haben keine Anfälle, wenn sie die passenden Medikamente einnehmen", sagt von Oertzen. Man bekämpfe die Symptome mit dem Ziel, anfallsfrei zu sein. "Es gibt aber auch Spontanheilungen", sagt der Experte.

Wenn die Medikamente nicht wirken und wenn die Epilepsie von einem bestimmten Punkt im Gehirn ausgehe, könne man operieren. "Dabei ist wichtig, dass man die Therapieresistenz früh genug feststellt, um den chirurgischen Eingriff zu machen. Die meisten warten 15 Jahre und länger, das ist nicht ideal", sagt der Primar.

Werden die Anfälle kontrolliert, leben viele Patienten ein relativ normales Leben. "Das Problem ist aber das Stigma, Epilepsie wird häufig mit psychiatrischen oder mystischen Aspekten verbunden. Das liegt wahrscheinlich am Kontrollverlust über Körper und Psyche während eines Anfalls", sagt der Primar. Es sei einfach wichtig, konsequent zu therapieren. "Alternative Methoden können zur Unterstützung dienen."

Mit guter Konzentration können manche die Anfälle sogar kontrollieren, sagt Martina Stadler. Ihr selbst helfen neben den Medikamenten ihre Reisen und unter Leute zu gehen, außerdem Tagebuch schreiben und Musiktherapie. Vor 30 Jahren hat sie eine Selbsthilfegruppe gegründet, die sehr aktiv ist (www.epilepsie-shg-ooe.at).

»zurück zu Gesundheit«

Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden.
Was sagen Sie zum Thema? Jetzt kommentieren

Haben Sie bereits einen Benutzernamen? Dann melden Sie sich bitte hier an.
Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Handynummer mitteilen.
Gewünschter Benutzername
Gewünschtes Passwort
Wiederholung Passwort
E-Mail
Anrede
  Frau    Herr 
Vorname
Nachname
OÖNcard / Kundennummer (optional)
Handynummer
/

Sicherheitsfrage
Wie viel ist 20 + 2? 
Bitte Javascript aktivieren!