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Schlaf, mein Kindlein, schlaf ein!

„Ich bin noch nicht müde, ich will noch nicht ins Bett“ – die meisten Eltern kennen diese abendlichen Diskussionen. Bild: Colourbox/Ikea

Schlaf, mein Kindlein, schlaf ein!

Die meisten Eltern kennen das: Kaum ist Schlafenszeit angebrochen, fangen die Kinder an zu quengeln. Sie haben auf einmal wieder großen Hunger und/oder Durst, trödeln beim Zähneputzen, hüpfen im Bett herum und wollen eine Gutenachtgeschichte nach der anderen – nur eines wollen sie nicht: ins Bett.

22. August 2012 - 00:04 Uhr

„Kinder haben oft einfach das Gefühl, etwas zu versäumen. Sie wollen noch dabei sein, dasselbe erleben wie die Großen“, sagt Christa Schirl, Psychologin und Psychotherapeutin beim Kinderhilfswerk OÖ. „Deshalb ist es von Anfang an wichtig, klare Regeln aufzustellen.“ Am besten sollten sich Eltern schon vor der Geburt überlegen, wie sie das später handhaben, welche Rituale sie abends einführen. Denn Rituale seien das Wichtigste. „Egal ob eine Gutenachtgeschichte, ein gemeinsames Abendessen oder ein Gebet, all das signalisiert dem Kind: Jetzt ist Schlafenszeit“, sagt Schirl. Konsequent zu sein, ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung „ruhiger Abend“. „Werden Kinder einmal pünktlich zu Bett geschickt und dürfen sie am nächsten Tag noch aufbleiben, so stellt sich kein Rhythmus ein.“

Oft geht den Kindern abends noch vieles durch den Kopf,was sie nur schwer zur Ruhe kommen lässt. Da ist es gut, noch einmal über die Geschehnisse des Tages zu sprechen. Was war heute los? Welche Menschen haben an diesem Tag eine Rolle gespielt? Was war nicht so schön und was hat besonders viel Spaß gemacht?

Das sagt die Wissenschaft zu kindlichen Schlafstörungen

Kanadische Forscher haben den Zusammenhang von Schlafstörungen von Kindern und dem Verhalten der Eltern erforscht. Ergebnis: Zu große Fürsorge wirkt sich negativ auf das Schlafverhalten der Kinder aus. Hatte der Nachwuchs im Kleinkindalter Schlafstörungen, so gewöhnten sich viele Eltern Verhaltensweisen an, die sie später beibehielten. Sie blieben etwa am Bett, bis das Kind eingeschlafen war. Wachte der Nachwuchs nachts auf, so gaben sie ihm zu essen oder trinken, oder sie legten sich dazu. Solche Gewohnheiten erhöhten aber wiederum die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Kinder lange zum Einschlafen brauchten oder insgesamt zu wenig schliefen.
Bei den Eltern schlafen?
Viele Eltern glauben, dass ihre Kinder am ehesten zur Ruhe kommen, wenn sie mit ihnen im gleichen Bett schlafen. Dem sei nicht so, sagen Forscher der Universität in Philadelphia. Daten zeigten: Nachwuchs, der im eigenen Zimmer nächtigt, schläft schneller ein und wacht nachts seltener auf.
Auch bei dicken Kindern ist das Risiko von Schlafstörungen erhöht. Von 100 übergewichtigen Kindern schlafen rund 25 schlecht, vor allem weil ihre Atmung gestört ist. Schnelle und kindgerechte Abhilfe kann regelmäßiger Sport verschaffen, wie die Psychologin Catherine Davis vom Medical College in einer Studie nachwies.
Einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben finnische Forscher festgestellt. Es zeigte sich, dass Kinder mit einer Schlafdauer von unter 7,7 Stunden pro Nacht sich tagsüber deutlich aktiver und impulsiver verhielten als länger schlafende Gleichaltrige. Am ruhigsten waren die Kinder, die länger als 9,4 Stunden in der Nacht schliefen. Fazit: Das Risiko, ADHS-Symptome zu entwickeln, steigt durch Schlafstörungen weiter an.

 

Praktische Tipps für eine ruhige Nacht

Bettzeit ankündigen: Sagen Sie Kindern rechtzeitig: „In einer Stunde geht’s ins Bett!“
Fernseher aus: Spätestens eine halbe Stunde vor Schlafenszeit sollten Fernseher, Radio, PlayStation usw. ausgeschaltet werden.
Proteste ignorieren, ein Machtwort sprechen. „Jetzt geht’s ins Bett. Ohne Widerrede!“
Rituale einführen: Ob Gutenachtgeschichte, Massage, kuscheln, singen oder ein Gebet – beenden Sie jeden Tag auf die gleiche Weise.
Bewegung beruhigt: Das gilt besonders für kleine Kinder. Wiegen, streicheln oder massieren hilft dem Kind, sich zu entspannen.
Kuscheltiere, Schnuffeltücher & Co können eine große Hilfe beim Ein- und Durchschlafen sein, denn sie erleichtern den Kindern die abendliche Trennung von den Eltern.
Liebe zeigen: Unwichtig, wie viel Stress und Ärger es tagsüber gab, den Tag harmonisch abschließen!
Ängste ernst nehmen: Wenn sich das Kind fürchtet, die „bösen Geister“ verjagen. Bei Angst vor Dunkelheit ein Nachtlicht brennen lassen oder die Kinderzimmertür einen Spalt breit öffnen.
Kein schweres Abendessen: Vermeiden Sie zu üppige und schwere Mahlzeiten am Abend. Auch sollte zwischen Abendessen und dem Schlafengehen mindestens eine Stunde liegen.
Konsequent bleiben: Ist das Licht einmal aus, ist Schluss. Auch wenn das Kind wieder aufsteht – schicken Sie es konsequent zurück.

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