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Rettichsaft und Halswickel

Einfache Hausmittel helfen, damit erkältete Kinder sich schnell wieder besser fühlen. Ein Linzer Kinderarzt gibt Tipps zum Vorbeugen.

Rettichsaft und Halswickel

Kranken Kindern kann oft mit Hausmitteln geholfen werden Bild: colourbox.de

Vorbeugen ist besser als heilen. Wer seine Kinder vor Erkältungen schützen möchte, kann das auf ganz einfache Weise tun. "Kinder brauchen in der kalten Jahreszeit genauso viel Bewegung im Freien wie im Sommer", sagt Oberarzt Rudolf Schwarz von der Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz. Wer bei Spiel und Sport schwitzt, sollte sich aber rasch umziehen. Auch Säuglinge sollten regelmäßig in die Natur kommen – aber nicht dort, wo Autoabgase sind. Problematisch wird es erst, wenn die Temperatur unter minus 10 Grad sinkt oder wenn es sehr windig ist. Bedenken sollten die Eltern, dass sich Babys nicht bewegen und deshalb gut vor Kälte geschützt werden müssen – besonders Hände und Füße. Außerdem: Im Herbst viel Obst essen.

Lüften und nicht rauchen

Besser als Luftbefeuchter zu benützen sei es laut Schwarz, in der Wohnung einen Wassertopf über die Heizung zu stellen oder feuchte Tücher aufzuhängen. Vor allem nach der Nacht ist Stoßlüften sinnvoll und "alle Räume, in denen Kinder wohnen, sollten rauchfrei sein", sagt der Kinderarzt. Denn der Rauch verringert die Reinigungsfähigkeit der Schleimhäute, auch andere Schadstoffe bleiben so lange in der Lunge. Bei zu hoher Konzentration an Kohlenmonoxid bekommen Kinder leicht Kopfweh.

Wenn sich ein Kind doch eine Erkältung eingefangen hat, nicht immer gleich mit Medikamenten behandeln. Das neue Buch "Hausmittel für Kinder" (Annette Sabersky, Dr. Jörg Zittlau, Südwestverlag, 17,50 Euro) zeigt einfache Alternativen:

Bratäpfel: Äpfel entkernen, mit Honig bei 180 Grad 30 Minuten lang backen. Warm, aber nicht heiß essen. Das Pektin des Apfels wirkt bei Halsschmerzen antibiotisch und entzündungshemmend. Auch Honig gilt als "Infektkiller".

Der Zwiebeltrick: Bei Halsweh zwei Teelöffel Kandiszucker mit zerkleinerten Stücken einer Gemüsezwiebel in einem Liter Wasser zehn Minuten lang erhitzen, nicht kochen. Die Flüssigkeit abseihen und täglich zwei Gläser der Mischung trinken.

Rettichsaft mit Honig: Einen großen Rettich aushöhlen und mit Honig füllen. Nach drei bis fünf Stunden den fertigen Hustensaft entnehmen. Zwei Mal täglich einen Löffel nehmen.

Kühlende Halswickel: Sie hemmen die Entzündungsprozesse. Ein Tuch längs falten und in leicht erwärmtes Wasser tauchen. Das abgetropfte Tuch locker um den Hals geben, ein trockenes Handtuch darübergeben. Dauer der Anwendung: 20 Minuten.

Essigpapier: Saugfähiges Papier in Essig tauchen. Darüber schwarzen Pfeffer aus der Mühle streuen und mit der Pfefferseite morgens und abends 20 Minuten lang auf die Brust legen, warm abwaschen. Hilft gegen Schnupfen.

Kartoffelwickel: Er wirkt gegen Heiserkeit und Halsschmerzen. Sechs bis acht gekochte, noch mäßig heiße Kartoffeln in ein Tuch wickeln, darin zerstampfen. Um den Hals des Kindes wickeln, einen Schal herumgeben. Dauer der Anwendung: 20 bis 30 Minuten.

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Artikel Dietlind Hebestreit 24. September 2014 - 00:04 Uhr
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